Flieder: Der unverwechselbar duftende Klassiker im Garten

Auch wenn der Flieder (Syringa) mehr als 20 Arten umfasst, ist dennoch zumeist der Gemeine Flieder (Syringa vulgaris) in den Gärten anzutreffen. Dieser sommergrüne Strauch, der eine stattliche Wuchshöhe von gut sechs Metern erzielen kann, stammt aus der Familie der Ölbaumgewächse. Neben den Hortensien ist der Flieder ein typischer Zierstrauch der Bauerngärten. Da diese zeitweilig etwas aus der Mode gekommen Gemeiner Fliedersind, ist auch der Flieder ein wenig in Vergessenheit geraten. Durch neue Züchtungen und somit eine größere Sortenvielfalt hat sich das Bild gewandelt: Der Flieder findet zunehmend in die Gärten zurück.

Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen im April und Mai locken, besticht der Flieder mit seinen üppigen Blütenrispen. In dieser Zeit können Sie die gefüllten oder auch ungefüllten unverwechselbar duftenden Blüten bewundern. Je nach Sorte können Sie diesen Zierstrauch mit weißen, rosafarbenen bis hin zu dunkelvioletten Blüten pflanzen. Falls Ihnen einfarbig zu langweilig sein sollte: Inzwischen gibt es den Flieder auch mit zweifarbigen Blüten.

Der geeignete Standort für den Flieder

Im Gegensatz zu den kurz erwähnten Hortensien ist der Flieder ein wahrer Sonnenanbeter. In der Sonne geht er förmlich auf. Auch wenn der Zierstrauch ein halbschattiges Plätzchen akzeptiert, werden Sie in dem Fall auf eine reiche Blütenpracht und üppige Krone verzichten müssen. Der Flieder liebt und verträgt also nicht nur die pralle Sonne, sondern auch trockene Hitze. Trockene Sommer sind für den Zierstrauch überhaupt kein Problem.

Da der Flieder ein sehr windfester Zierstrauch ist, können Sie ihn nicht nur einzeln, sondern auch als Hecke pflanzen. Innerhalb von wenigen Jahren haben Sie so einen duftenden und blühenden Sichtschutz. Nicht nur die Windfestigkeit ist ideal, sondern auch die Schnellwüchsigkeit des Flieders, wenn er einen optimalen Standort hat und eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit vorhanden ist. Unter diesen Bedingungen kann Flieder jährlich locker bis 50 Zentimeter an Höhe zulegen. Pflanzen Sie ihn als Hecke an, lassen Sie ausreichend Platz, etwa einen guten Meter, zwischen den einzelnen Sträuchern.

Ein wenig Pflege für den Flieder

Je nach Sorte wird Ihr Flieder unterschiedliche Ansprüche an den Boden stellen. Während beispielsweise der Preston-Flieder eine kalkarme und leicht feuchte Umgebung bevorzugt, fühlt sich der Edel-Flieder auf einem trockenen, nährstoff- und kalkreichen Lehmboden wohl. Da die genannten Flieder-Sorten recht anpassungsfähig sind, kommen sie auch mit weniger optimalen Bodenverhältnissen zurecht. Was ihnen allerdings nicht bekommt: ein verdichteter Boden und Staunässe.

Ältere Flieder, die Sie schon ein paar Jahre mit ihren üppigen Blütendolden erfreuen, kommen auch in trockenen Sommern ohne eine regelmäßige Bewässerung aus. Sie brauchen also kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn Sie abends lieber mit Ihren Freunden auf der Terrasse grillen.

Viele Gärten haben leider nicht die optimalen Bodenbedingungen, die sich die Pflanzen so wünschen. Da kann eine kleine Düngergabe zwischendurch recht hilfreich sein. Besonders ein sehr sandiger Boden sollte mit Dünger angereichert werden. Dazu eignen sich Hornspäne und auch andere organische Dünger. Steht der Flieder auf einem optimalen Boden, reicht es vollkommen aus, im Frühjahr eine Schicht reifen Kompost aufzutragen.

Sobald der Flieder ausgeblüht hat, können Sie an einem warmen und trockenen Tag mit einer scharfen Gartenschere die verdorrten Blütenstände entfernen. Und wenn Sie eh schon gerade mit der Schere zugange sind und im Strauch hängen, können Sie auch gleich spiddelige und störende Ästchen rausschneiden. Einen stärkeren Rückschnitt oder gar einen Radikalschnitt können Sie das ganze Jahr über vornehmen. Wie der Flieder geschnitten wird, können Sie in einem gesonderten Artikel nachlesen.

Den Flieder vermehren und pflanzen

Wenn der Flieder ausgeblüht hat, können Sie sehen, dass der Flieder um sich herum Schösslinge ausgebildet hat. Diese eignen sich gut zum Vermehren – sollten Sie noch weiteren Flieder in Ihrem Garten anpflanzen wollen oder ein Nachbar nett nachgefragt hat, weil er selbst gerne welchen haben möchte. Diese Schösslinge können Sie im Spätsommer oder auch noch im Frühherbst sorgsam ausbuddeln. Hat dieser schon genügend Wurzeln ausgebildet, können Sie in direkt an der vorgesehenen Stelle einpflanzen oder über den Gartenzaun reichen. Sobald Sie ihn in die Erde gesetzt haben, wird der Flieder-Schössling ordentlich angegossen. Auch in den folgenden Tagen braucht er immer wieder eine Wassergabe. Sollten nicht genug Wurzeln beim Ausgraben vorhanden sein, können Sie den Schössling einfach in einen mit Wasser gefüllten Eimer stellen. Dort verbleibt er, bis sich genügend Wurzeln zum Einpflanzen ausgebildet haben.

Flieder können Sie entweder im Frühjahr oder im Herbst pflanzen. Möchten Sie einen Edel-Flieder pflanzen, wird dieser tiefer in die Erde gesetzt, als er zuvor gestanden hat. Grund dafür ist die Veredelungsstelle, die durch das tiefere Einpflanzen ebenfalls bewurzelt wird. Ansonsten kann es sein, dass unter Umständen nur unveredelte Ausläufer nachwachsen.

 

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Bild: © Watcha | istockphoto.com

Kommentare

4 Kommentare zu ‘Flieder: Der unverwechselbar duftende Klassiker im Garten

  1. „Durch neue Züchtungen und somit einer größeren Sortenvielfalt “
    Kleiner Grammatikfehler: durch EINE GRÖSSERE Sortenvielfalt (Akkusativ – durch wen?) ist richtig.

  2. Hallo Fliederfreunde,
    habe vor vier Jahren einen Herbst-Flieder(Syringa microphilla „Superba“)als Baybi gepflanst.Nun ist er
    schon 1,6m groß und nimmt meinem Rosmarin die Sonne.Ist es ratsam ihn jetzt noch umzupflanzen?
    Für einen Rat wäre ich sehr dankbar.
    mfG PG

  3. Einen so jungen Baum würde ich durchaus noch umpflanzen. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass Sie den Flieder nicht zu eng ausgraben – lassen Sie lieber mehr Erdreich und somit Wurzelwerk am Flieder. Ich weiß ja nicht, wie groß und alt der Rosmarin ist … vielleicht ist es ja auch möglich, dass dieser umgepflanzt wird.

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