rote Kuhschelle

Die Gewöhnliche Küchenschelle sorgt für bunte Tupfer im Frühjahr

Sie sind auf der Suche nach einer nicht sonderlich hoch wachsenden Pflanze, die zudem keine „Modepflanze“ darstellt, die nicht in jedem – aber auch wirklich jedem – Garten zu finden ist? Dann schauen Sie sich doch die Gewöhnliche Küchenschelle etwas genauer an. Vielleicht ist dieses charmante Hahnenfußgewächs genau die Pflanze, nach der Sie suchen.

Die Gewöhnliche Küchenschelle, die Sie vielleicht eher unter dem Namen Kuhschelle kennen, ist ein recht heimischer Vertreter. Denn Pulsatilla vulgaris, so lautet übrigens die botanische Bezeichnung dieser frostharten Pflanze, ist in Teilen Europas beheimatet. Also ein Grund mehr die mehrjährigen Küchenschellen in Betracht zu ziehen, wenn Sie bevorzugt mit heimischen Pflanzen Ihren Garten versehen. Denn gerade in Naturgärten und auch im Steingarten macht dieses horstartig wachsende Gewächs eine gute Figur.

Sofern Sie einen üppigen Sommerblüher suchen, sind Sie mit der Kuhschelle falsch beraten. Denn ihre zauberhaften Glockenblüten präsentiert die pflegeleichte Pflanze im Frühjahr. Bereits im März, bis in den April hinein, zeigen sich – abhängig von der Sorte – die roten bis violettblauen Blüten. Das sind nicht Ihre Farben? Nun, das stellt kein sonderliches Problem dar. Denn die Gewöhnliche Küchenschelle ist auch mit weißen Glockenblüten erhältlich, die sich ganz hervorragend mit anderen Blütenfarben kombinieren lassen. Besonders hübsch sind auch die goldgelben Staubgefäße, die im Inneren der Glockenblüten schon von weitem leuchten.

Die Gewöhnliche Küchenschelle – hübsch aber auch giftig

Die Gewöhnliche Küchenschelle ist ein außergewöhnlich hübscher Vertreter der Hahnenfußgewächse – die allesamt Protoanemonin enthalten und somit eine Gefahr für Tiere darstellen. Aus diesem Grund ist es ratsam, die in allen Pflanzenteilen sehr giftige krautige Pflanze von Tieren und Kindern fern zu halten. Entweder pflanzen Sie die Kuhschelle so, dass Kinder und Haustiere nicht in Berührung mit der Pflanze kommen können, oder Sie verzichten gänzlich auf Pulsatilla vulgaris und schauen sich in Ruhe nach einer ungiftigen Alternative um.

Eben aufgrund der Giftigkeit ist es ratsam, dass Sie Handschuhe tragen, sobald Sie mit der Gewöhnlichen Küchenschelle hantieren. Empfindliche Menschen können schon beim kleinsten Kontakt mit diesem Gewächs reagieren.

Der optimale Standort für die Gewöhnliche Küchenschelle im Garten

Die 20 bis 30 Zentimeter hoch wachsende Kuhschelle fühlt sich in sonniger und warmer Lage wohl. Ein schattiges Plätzchen ist nicht das, wonach sich die krautige Pflanze sehnt und würde recht zügig die Blüten hängen lassen. Zumal der Gartenboden in den Gewöhnliche KüchenschelleSchattenbereichen gerne feucht ist – die horstartig wachsende Pflanze benötigt einen trockenen Boden zum Wohlfühlen.

Allerdings wünscht sich die Gewöhnliche Küchenschelle nicht nur einen trockenen Boden. Das Erdreich sollte durchlässig und nicht zu nährstoffreich sein. Ein magerer Boden, gerne auch kalkhaltig, entspricht eher den Vorstellungen dieser Pflanze. Sie müssen also nicht im Vorfeld den Boden mit Nährstoffen anreichern. Einen schwerer Boden hingegen benötigt schon ein wenig Vorarbeit Ihrerseits. Bevor Sie die Kuhschelle pflanzen, ist unter Umständen eine Bodenverbesserung ratsam.

Die ideale Pflege für die Gewöhnliche Küchenschelle

Während Sie bei Sonnenblumen direkt mit dem Gartenschlauch neben der Pflanze stehen bleiben können, ist das bei den genügsamen Küchenschellen nicht der Fall. Hier gilt: Weniger ist oftmals mehr. Was nicht heißen soll, dass Sie die krautige Pflanze gänzlich nebenher laufen lassen können. Ab und an, insbesondere in Trockenperioden, kann die Kuhschelle schon mal Wasser gebrauchen. Allerdings ist hierbei unbedingt darauf zu achten, dass es nicht zu Staunässe kommt – Stichwort: Bodenverbesserung. Denn dauerhaft nasse Füße wird Ihnen die Pflanze zügig übel nehmen.

Auf Dünger hingegen können Sie eigentlich gänzlich verzichten. In der Regel reichen die Nährstoffe aus, die über die Düngung der Pflanzpartner beim Gießen in das Wurzelwerk der Küchenschelle gelangen. Allerdings sollte es nicht zu viel des Guten sein, da dieses Gewächs ein Überangebot an Nährstoffen nicht unbedingt begrüßt.

Was der Pflanze ebenfalls nicht behagt, ist das Harken und Hacken in ihrer näheren Umgebung. Bei diesen Gartenarbeiten werden die Wurzeln gestört und teilweise auch verletzt. In der Hinsicht sind Kuhschellen ein wenig eigen.

Eine Besonderheit sei an dieser Stelle noch erwähnt: Die Gewöhnliche Küchenschelle zieht ein. Machen Sie sich keine sorgen, wenn an der Stelle, an der eigentlich die Pflanze stehen sollte, gähnende Leere herrscht. Die frostharte Pflanze treibt zur Blütezeit erneut aus und wird Sie mit ihren aparten Blüten bezirzen.

Die Gewöhnliche Küchenschelle vermehren und pflanzen

Man sagt dem Gewächs nach, dass es sich gerne selbst vermehrt, wenn ihr der Standort außerordentlich zusagt – und zwar durch Selbstaussaat. Sofern sich die Gewöhnliche Küchenschelle unerwünscht selbst in Ihrem Garten ausbreitet, entfernen Sie beim Jäten einfach die Sämlinge.

Wie schon erwähnt, behagt es dem Gewächs nicht, wenn seine Wurzeln – in welcher Form auch immer – gestört werden. Dazu gehört auch ein Umpflanzen. Vermeiden Sie also, Pulsatilla vulgaris an einen anderen Ort zu verfrachten. Das Vorhaben ist, insbesondere bei älteren Kuhschellen, nicht immer von Erfolg gekrönt.

Ein Blickfang ist die Gewöhnliche Küchenschelle nicht nur in Natur- und Steingärten, sondern auch in steppenartigen Pflanzungen. Damit sich dieses krautige Gewächs optimal entwickeln kann, benötigt es Pflanzpartner, die nicht zu einnehmend und kräftig im Wuchs sind. Hübsche Begleitpflanzen sind beispielsweise die Weiße Silberwurz, Kugelblumen oder auch verschiedene Schwingel.

Wissenswertes

Die Gewöhnliche Küchenschelle gehört zu einer geschützten Art. In manchen Regionen ist sie sogar bereits ausgestorben. Sollten Sie die Pflanze in der freien Natur ausmachen, betrachten Sie die Pflanze ausgiebig und belassen sie dort an Ort und Stelle.

 

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