Igel mit Schnecke

Igel: Putzige Untermieter in der grünen Oase

Hören Sie es ab und zu im abendlichen oder nächtlichen Garten rascheln? Dann könnte es durchaus sein, dass Sie einen Igel als Untermieter haben. In der Regel bekommt man die nachtaktiven Gesellen selten zu Gesicht, denn tagsüber halten sie sich versteckt, verschlafen den lieben langen Tag und kommen erst nachts aus ihren Höhlen gekrochen, um sich auf Nahrungssuche zu begeben. Und da finden sie in unseren Gärten in der Regel eine ganze Menge.

Reichhaltiges Buffet für Igel

Wer einen Igel im Garten hat, der darf sich glücklich schätzen, sollte aber auch darauf achten, dass er keine Pflanzenschutzmittel, Rattengift, Schneckenkorn etc. verwendet, denn das kann einem Igel das Leben kosten. Igel sind Insektenfresser. Alles, was an wirbellosen Tieren im Garten zu finden ist, steht auf seiner Speisekarte. Das reicht von Würmern über Larven, Spinnen und Ameisen bis hin zu Schnecken. Gerade wegen der Schnecken, die vielen Gärtnern ein Dorn im Auge sind, ist der Igel beliebt. Und das passt auch prima zusammen, denn Nacktschnecken, die Pflanzen im Garten durch Kahlfraß zerstören, kommen – ebenso wie der Igel – in der Dämmerung heraus. Das heißt, dass das Buffet bereitsteht, sobald es dunkel wird.

Wie kommt der Igel in den Garten?

Eine gute Frage, die man eigentlich nur so beantworten kann: durch Zufall. Wobei Sie selbst schon auch ein bisschen was tun können, damit sich der Igel bei Ihnen wohlfühlt. Wie schon erwähnt, sollten keine für Igel giftigen Mittel eingesetzt werden. Ferner ist es sinnvoll, sein Gartengrundstück nicht komplett von den Nachbarn abzuschotten. Wer also rund um seinen Garten Mauern oder Zäune zieht, durch die ein Igel nicht durchschlüpfen kann, so wird er den IgelWeg zu Ihnen auch nicht finden. Ideal sind dichte Hecken, in denen sich der Igel tagsüber verkriechen kann, um sich dann nachts auf Nahrungssuche zu begeben.

Igel mögen es auch, wenn der Garten nicht picobello aufgeräumt ist, sondern wenn ein wenig Unordnung herrscht. Sprich: Es sollten Plätze vorhanden sein, unter denen sich der Igel auch mal verstecken kann. In solchen „Dickichten“ ist die Chance, Insekten zu finden, um einiges größer. Wenn Sie im Herbst dann noch ein Igelquartier für den Winter einrichten, dann fühlen sich die stacheligen Exemplare besonders wohl bei Ihnen. Als Behausung genügt schon ein Laubhaufen, Sie können aber auch ein Quartier bauen.

Igel bitte in Ruhe lassen

So süß diese kleinen, possierlichen Tiere auch sind, Sie sollten Igel einfach in Ruhe durch Ihren Garten streifen lassen. Auf keinen Fall sollten Sie die Tiere füttern. Wie oft hört man von Tierfreunden, die Igeln mit Milch, Käse oder Joghurt etwas Gutes tun wollen. Das Gegenteil ist hier allerdings der Fall, denn in diesen Produkten ist Milchzucker enthalten, von denen die Igel Koliken und Durchfall bekommen können, die nicht selten tödlich enden.

Gestalten Sie stattdessen lieber Ihren Garten so, dass sich Igel in ihm wohlfühlen und auch zu fressen finden – dann haben Sie alles richtig gemacht. Übrigens: Igel sind Einzelgänger. Sie werden bereits im Alter von sechs bis acht Wochen entwöhnt, sodass Sie vermutlich vergeblich auf den Besuch einer Igelfamilie hoffen. Ach ja, und noch was: Igel haben bis zu 8.000 Stacheln, in denen zahlreiche Parasiten leben, die auch auf Mensch und Tier überspringen können. Darunter sind Flöhe, Milben und Zecken. Also: Finger weg vom Igel und sich einfach freuen, wenn einer im Garten vorbeischaut.

 

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Bilder: großes Bild: © jurra8 – Fotolia.com; kleines Bild: © kwasny221 – Fotolia.com

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