Mäuse im Garten – klein aber oho!

So mancher Mensch kann mit Mäusen nichts anfangen. Ja, manche kreischen sogar ganz fürchterlich, wenn ihnen eine Maus über den Weg läuft. Die meisten aber würden wohl ganz verzückt „süüüß“ ausrufen. Allerdings nur so lange, bis sie merken, dass die Mäuse für diverse Schäden im Garten verantwortlich sind. Um nicht allen Mäusen Unrecht zu tun, muss aber auch gleich gesagt werden, dass nicht jede Maus etwas kaputt macht. Wer Mäuse im Garten sichtet, muss also nicht gleich panisch werden.

Mäuse im Garten – Schäden suchen

Maus ist nicht gleich Maus – dazu gleich mehr. Denn nicht jedes mausähnliche Lebewesen richtet auch Schäden im Garten an. Daher nicht sofort die Krise kriegen, sondern erst einmal genau den Garten absuchen, ob irgendwo Schäden festzustellen sind.

  • Mäuse verkriechen sich gerne und bewegen sich auch unter der Erde fort. Das heißt, dass sie in die Erde Gänge buddeln und so vieles unterhöhlen können. Die Folge ist, dass dort, wo Mäusegänge vorhanden sind, die Erde einbricht. Befinden sich diese Gänge beispielsweise unter Terrassen, sind Schäden vorprogrammiert. Aber auch Beete, wie etwa Steingärten, können erhebliche Schäden nehmen.
  • Wenn im Garten Gemüse gepflanzt wurde, dann ist das Buffet für so manche Nagetiere reichlich gedeckt. Aber auch ohne Gemüse erfreuen sich die Mäuse an Wurzeln, Knollen und Zwiebeln und sorgen so nicht nur dafür, dass sie statt werden, sondern dass die angenagten Pflanzen oftmals absterben.
  • Und weil sie ihren Hunger nicht nur unterirdisch stillen, machen sie sich auch über Rinden her und knabbern an Büschen und Bäumen rum.

Wenn Sie also vermehrt solche Schäden in Ihrem Garten finden, dann können Sie sicher sein, dass es Schädlinge sind, gegen die Sie etwas tun sollten.

Mäuse im Garten – die Mäusearten

Es gibt zahlreiche Mäusearten, die sich im Garten aufhalten und für Schäden sorgen können. Nur wenn Sie wissen, um welche Mäuse es sich handelt, sollten Sie auch aktiv werden. Denn es gibt auch Tiere, die nicht nur den Namen von Mäusen haben, sondern gar nicht zu den Nagetieren gehören bzw. vollkommen harmlos sind.

Feldmäuse
Lebensraum: Leben meist unter der Erde. Bevorzugen Wiesen, Gräser und Kulturland.
Schäden: Graben lange Gänge direkt unter der Oberfläche. Ernähren sich von Obstbaumrinden, fressen junge Pflanzen und zerstören die Grasnarbe.
Aussehen: Werden zwischen 12 und 18 cm groß. Fellfarbe: von dunkelbraun über hellbraun und graubraun bis rotbraun. Körperbau ist gedrungen.

Rötelmäuse
Lebensraum: Leben meist in Waldgebieten, sind aber auch in Hecken zu finden.
Schäden: Graben unterirdische Gänge wenige Zentimeter unter der Oberfläche.
Aussehen: Sie werden zwischen 8 und 12 cm groß. Fellfarbe: rotbraunes Rückenfell, weißes bis beiges Bauchfell. Nachkommen sind graubraun.

Waldmäuse (Springmäuse)
Lebensraum: Sind überall anzutreffen und können auch in Häuser gelangen.
Schäden: Fressen Samen von Eichen, Eschen, Buchen, Linden und Weißdorn.
Aussehen: Waldmäuse werden in der Regel 17 bis 19 cm groß. Fellfarbe: braungrau.

Wiesenwühlmäuse
Lebensraum: Sie sind vor allem auf Wiesen und in Gärten mit dichtem Pflanzenwachstum anzutreffen.
Schäden: Fressen im Sommer Gräser und Samen, im Winter Baumrinde.
Aussehen: Werden bis zu 16 cm groß. Fellfarbe: kastanienbraun, im Winter grau. Haben im Gegensatz zu anderen Mäusen eine runde Nase.

Wühlmäuse (Schermäuse)
Lebensraum: Leben im Garten direkt unter der Erde.
Schäden: Unterhöhlen weite Bereiche im Garten. Fressen Wurzeln, Zwiebeln und Knollen, ebenso machen sie sich über Obstbäume und Beerensträucher her.
Aussehen: Können bis zu 23 cm groß werden. Fellfarbe: von braungrau über rotbraun bis hin zu schwarz. Wühlmäuse haben sehr kleine Ohren, die oftmals vom Fell bedeckt und nicht sichtbar sind.

Harmlose Mäuse im Garten

Es gibt Tiere, die Sie im Garten sichten können, die aber niemandem etwas tun – vor allem nicht Ihren Pflanzen. Bei den beiden Tieren, die wir Ihnen gleich vorstellen werden, handelt es sich allerdings nicht um Mäuse im eigentlichen Sinn. Sie haben nur den Namen und sehen den Mäusen sehr ähnlich.

  • Spitzmäuse
    Sie sehen auf den ersten Blick Mäusen zum Verwechseln ähnlich, gehören aber nicht mal zu den Nagetieren. Sie sind stattdessen Insektenfresser und somit Nützlinge im Garten. Im Gegensatz zu Mäusen haben Spitzmäuse eine längliche Schnauze. Sie werden zwischen 6 und 10 Zentimeter lang, die Fellfarbe variiert von verschiedenen Grau- und Brauntönen bis hin zu Schwarz. Die Bauchseite ist heller als die Oberseite. Sie leben bevorzugt in Höhlen am Boden, graben aber keine langen Gänge.
  • Haselmäuse
    Zwar gehören Haselmäuse zu den Nagetieren, allerdings nicht zu den Mäusen, sondern zu den Bilchen. Bilche sind mit den Hörnchen verwandt. Die Tiere gehören zu den Allesfressern und bevorzugen neben Knospen und Samen auch Beeren, Insekten, kleine wirbellose Tiere, Hasel- und Walnüsse. Da sie Winterschlaf hält, ist sie nur von Mai bis Oktober nachts unterwegs, man wird sie also tagsüber kaum im Garten antreffen. Haselmäuse werden bis zu 15 Zentimeter lang, wobei die Hälfte davon der Schwanz einnimmt. Die Fellfarbe ist rot- bis gelbbräunlich, an Brust und Kehle haben sie einen weißen Fleck. Die Nagetiere sind vom Aussterben bedroht und stehen damit unter einem besonderen Schutz.

Mäuse im Garten vertreiben

Sofern man sich nicht mit Mäusen beschäftigt, wird man kaum wissen, welche Tiere gerade den Garten besiedeln. Sprich: Es könnten auch Nützlinge darunter sein. Daher werden wir hier nicht empfehlen, gegen die Säugetiere mit Giften oder Fallen vorzugehen. Viel besser ist es, natürliche Feinde oder Hausmittelchen einzusetzen. Auch ist es nicht sinnvoll, bei der Sichtung einer Maus, sofort aktiv zu werden. Erst wenn man Schäden entdeckt, die man nicht mehr tolerieren kann, sollte man etwas gegen die Plagegeister unternehmen. Möglichkeit gibt es viele:

  • Mäuse haben eine feine Nase. Daher mögen sie gewisse Gerüche nicht. Dazu zählen Terpentin, Holunder, Zypressen, Kaiserkrone oder auch Knoblauch. Beim Terpentin wird beispielsweise ein Lappen getränkt und an Ein- und Ausgänge der Mausgänge gelegt. Knoblauchzehen können Sie ebenso im Garten verteilen, wie aus dem Knoblauch – wie auch aus Holunderbeeren – einen Sud herstellen, den Sie dann an den Gängen verteilen. Ansonsten hilft womöglich das Anpflanzen von Zypressen und Kaiserkrone.
  • Auch die Ohren von Mäusen sind empfindlich. Früher hatte man dazu Holz- oder Metallstangen in den Boden gerammt und immer wieder mit einem Hammer dagegen geschlagen. Das ist natürlich sehr aufwändig. Deswegen können auch Glasflaschen helfen, die man zur Hälfte in den Boden eingräbt. Winde die über die geöffnete Flasche wehen, erzeugen dabei für die Mäuse einen unangenehmen Ton. Oder wie wäre es mit kleinen Windrädern aus Metall, die klappern, wenn der Wind hineinfährt? Alternativ lassen sich die Tiere auch durch gekaufte Vertreibungsmittel wie Mäuseschreck in Schach halten. Hier werden für Mäuse unangenehme Ultraschallwellen ausgesendet.
  • Am besten sind natürliche Feinde, die man durchaus auch einsetzen kann, vor allem dann, wenn man ländlicher wohnt. Katzen sind natürlich die Feinde Nr. 1 der Mäuse. Mit Holzstangen, auf denen sich Vögel niederlassen können, kann man auch Mäusebussarde und andere Greifvögel anlocken. Wer in einer Hecke oder einem Baum einen Unterschlupf für Eulen bereitstellt, könnte es schaffen, dass sich Schleiereulen niederlassen und die Mäuse fangen. Verwilderte Ecken mit totem Holz und Steinen sind Unterschlüpfe für Mauswiesel, auf deren Speisekarte ebenfalls die kleinen Nager stehen.

 

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