Meisenknödel: nicht nur ein Leckerbissen für Meisen

Bis vor einigen Jahren war ich der Meinung, dass ich den Vögeln im Winter ein wenig unter die Arme greifen sollte. Also beschloss ich, mich mit reichlich Vogelfutter bepackt in die Kälte und den Schnee im Vorgarten zu wagen. Schließlich sollte das Vogelhaus, ein Geburtstagsgeschenk, nicht einfach in der Ecke stehen und langsam verrotten. Und die Kirsche vor dem Küchenfenster schien mir ideal für Meisen und andere Zaungäste.

Hin und wieder verirrte sich tatsächlich der eine oder andere Vogel in das Vogelhaus, während ein paar Meisen vorsichtig an den – extra für sie – arrangierten Meisenknödeln knabberten. Während ich gemütlich mit einer Tasse Kaffee in der Hand die Vögel beim Fressen beobachten wollte, konnte ich meinen Augen nicht so ganz trauen. Am Stamm krabbelte langsam eine Maus hoch Meisenknödelund kletterte weiter auf einen Ast. Und noch weiter bis zum Meisenknödel.

Erst knabberte Speedy, vermutlich bekommt jede Maus diesen Namen verpasst, lediglich an dem Meisenknödel. Später entwickelte die pfiffige Maus eine eigene Technik, wie sie die Beute ganz alleine für sich haben kann. Warum mühselig recken und strecken, um an die Nahrung zu kommen, wenn maus ganz einfach auch den Draht durchknabbern kann? Nachdem Speedy den ersten Meisenknödel im Magen hatte, blieb es natürlich nicht bei dem einen. So häufig, wie ich neues Futter in den Baum gehängt habe, so schnell war es auch wieder weg. Speedy war emsig. Und vermutlich die satteste Maus in der gesamten Nachbarschaft.

 

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Bild: © cane

Kommentare

3 Kommentare zu ‘Meisenknödel: nicht nur ein Leckerbissen für Meisen

  1. Bei mir kommen Buntspechte, Eichhörnchen, Meisen aber auch Kleiber und Eichelhäher.
    Die Eichhörnchen klauen den kompletten Knödel.
    Ich füttere jeden Winter im Winter und die Tierchen freuen sich.Für die Amseln schmeisse ich Äpfel raus.
    Es macht Spaß beim zusehen und ich weiß das zumindest diese Tiere nicht verhungern müssen.
    Ich habe 3 Futterhäuschen und die Knödel plus Obst und muss jeden Tag auffüllen. Geschätzt sind es 1-200 Vögel am Tag die hier zum futtern kommen.Aber ich denke auch das es auf die Lage ankommt und die Vogelpopulation die in der Gegend überhaupt noch vorhanden ist.
    Es ist wie auch bei anderen Gartenlebewesen der Lebesnraum wird kleiner oder verschwindet leider.
    Ich wohen sehr ländlich.

  2. Vögel sollten nur dort gefüttert werden, wo viele Monokulturen oder wenig Buschland ist. Eine zu hohe Vogelpopulation bringt auch die Gefahr dass Obst viele Bissstellen aufweist.
    Daher auch hier alles sollte im Ausgleich der Natur vorhanden sein.

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