Mutterboden genießt besonderen Schutz

Kennen Sie Theo den Regenwurm? Theo lebt in der Erde, gräbt diese um und sorgt so für einen besonders wertvollen Boden, der für andere Tiere und vor allem für Pflanzen ebenfalls als idealer Lebensraum dient. Da sich Theo nicht unbegrenzt nach unten buddeln kann, lebt er in den ersten 20 bis 30 Zentimetern unter der Erde. Dieser Bereich wird Mutterboden genannt. Klingt komisch, ist aber so.

Vielleicht würde uns Peter Lustig Mutterboden so erklären – dann hätten wir alle es zumindest verstanden. Von Mutterboden haben die meisten wohl schon gehört, aber wohl kaum einer hat sich bisher darüber Gedanken gemacht, was das genau ist. Dabei taucht er schon in der Bibel auf, als nämlich Adam erschaffen wurde, den Gott „vom Acker genommen hat“. Somit war der Mutterboden schon damals Lebensgrundlage.

Mutterboden ist besonders wertvoll

Und weil – unserer eingangs gemacht Erklärung zufolge – Mutterboden eben besonders fruchtbar ist, genießt er auch einen besonderen Schutz. Das betrifft Gärtner erst einmal weniger. Schon eher ist das der Fall, wenn Baugrundstücke ausgehoben werden. Dann muss nämlich genau dieser Mutterboden, der auch Oberboden genannt wird, nicht nur separat und fachgerecht gelagert, sondern auch wieder verwendet werden. Entweder als Oberboden für den eigenen Garten oder für andere Zwecke. Dazu haben viele Landkreise sogar Tauschbörsen eingerichtet. Somit wird der Mutterboden dem Kreislauf wieder zugeführt und seine positiven Eigenschaften für Tiere und Pflanzen gehen nicht verloren. Sollten Sie Ihren Gartenboden aufwerten wollen, dann sind Sie gut beraten, nach Mutterboden Ausschau zu halten, der immer wieder angeboten wird.

Der Mutterboden ist dabei nicht nur eine wichtige Lebensgrundlage für Tiere und Pflanzen, sondern letztendlich auch für den Menschen. Im Oberboden werden beispielsweise Niederschläge gefiltert und somit von Schadstoffen befreit, bevor sich das Wasser als Grundwasser absetzt. Nährstoffe werden gleichzeitig aufgeschlossen und umgebaut, wodurch er eine wichtige Rolle beim Umweltschutz spielt.

Der Mutterboden im Garten

Wenn Sie in Ihrem Garten so vor sich hinwurschteln, vielleicht hier und da mal ein Loch ausheben, werden Sie schon allein daran die Qualitätsunterschiede bemerken. Die ersten 20 bis 30 Zentimeter sind in der Regel einfacher auszuheben, als die Erde darunter, die auch Unterboden genannt wird. Sie ist komprimierter, härter und lässt sich mit einer bloßen Schaufel kaum mehr bearbeiten.

Immer wieder ist zu lesen, dass bei großflächigen Gartenarbeiten, vor allem dann, wenn ein Garten verwildert und mit Unkraut überwuchert ist und neu gestaltet werden soll, die Oberschicht entfernt werden und mit Mutterboden aufgefüllt werden sollte. Ein solcher Austausch ist allerdings Humbug. In diesem Fall müssen lediglich die oberirdisch wachsenden und nicht erwünschten Pflanzen großflächig abgetragen werden – idealerweise mit Wurzelwerk. Danach sollte der Boden umgegraben, gut gelockert und von störendem Wurzelwerk befreit werden. Dann im Spätwinter Kalkstickstoff dem Boden zugeben, der dafür sorgt, dass frisch sprießende Pflanzen abgetötet werden. Diese düngen gleichzeitig den Boden und er kann danach ganz normal wieder bepflanzt werden.

 

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