Mykorrhiza – auf die Versorgung kommt es an

Stellen Sie sich vor, es sagt Ihnen jemand, in Ihrem Gartenboden befinden sich Pilzsporen, die mit den Wurzeln Ihrer Pflanzen eine Symbiose eingehen. Der Laie würde vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, denn Pilze in der Erde sind doch erst mal schädlich für Pflanzen. Oder etwa nicht? Nicht, wenn es sich um Mykorrhiza handelt.

Sicherlich, wenn Schimmelpilze die Pflanzen befallen, kann das nachhaltige Schäden hervorbringen. Doch es gibt auch gute Pilze. Mykorrhiza gehört hier dazu. Warum, das wollen wir Ihnen in den nächsten Zeilen etwas genauer erläutern.

Mykorrhiza, der Nährstofflieferant

Mykorrhiza und Pflanzen – das ist ein Geben und ein Nehmen. Die Pilze geben der Pflanze Wasser und Nährstoffe, die diese zwar auch selbst aus dem Boden holen könnte, aber nicht so einfach, wie das durch die Pilze der Fall ist. Der Mykorrhiza-Pilz bekommt von der Pflanze im Gegenzug wertvolle Kohlenhydrate, die sich in den Wurzeln befinden und die der Pilz sonst nicht selbst produzieren könnte. Durch die „Fütterung“ verbessert sich also die Nährstoffversorgung und die Pflanze wird optimaler versorgt.

Die Folgen sind klar: Besseres Wachstum, bessere Widerstandsfähigkeit gegenüber Schädlingen und Krankheitserregern, bessere Blüten- und Fruchtbildung. Alles in allem eine prima Gemeinschaft!

Wie kommt Mykorrhiza in den Boden?

In der Natur, vor allem in Wäldern, sind Mykorrhiza-Sporen schon immer im Boden vorhanden. Selbst Waldpilze zählen zum Mykorrhiza. Manche haben sich auf bestimmte Pflanzen spezialisiert und gehen nur mit diesen eine Symbiose ein (z. B. der Lärchenröhrling), anderen ist es egal, mit welchen Pflanzen sie eine Symbiose eingehen.

Es kann also durchaus sein, dass auch in ihrem Gartenboden Mykorrhiza-Pilze vorhanden sind. Darauf verlassen sollten Sie sich aber nicht. Stattdessen aktiv etwas tun. Der Pilz ist im Handel meist als Tongranulat erhältlich. Dieses wird in die Erde eingearbeitet. Sie müssen dafür nicht alles umgraben. Es genügt schon ein Loch im Boden, in das sie das Granulat einbringen. Selbst Rasen kann davon profitieren. Hier sollte in regelmäßigen Abständen das Granulat durch Löcher in die Erde gebracht werden.

Noch ein paar Tipps zum Schluss:

  • Beim Verpflanzen von größeren Gehölzen sollte man den Erdballen immer mitverpflanzen, denn so bleiben die Mykorrhiza-Pilze, die sich in der Erde befinden, erhalten.
  • Nach dem Ausbringen des Granulats im Garten sollten Sie die nächsten acht bis zehn Wochen nur wenig düngen. Auf Pflanzenschutzmittel oder Fungizide sollten Sie ganz verzichten.
  • Überdüngen können Sie mit Mykorrhiza übrigens nicht und es genügt die einmalige Gabe, der Pilz baut sich in der Erde nicht ab.

 

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Kommentare

2 Kommentare zu ‘Mykorrhiza – auf die Versorgung kommt es an

  1. Mit dem düngen ist schon richtig aber keine mineralischen Dünger der wird nicht so gut vertragen kann bis zum absterben der Pilze führen

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