Pfefferminze: Küchen- und Teekraut gleichermaßen

Den unvergleichlichen Geschmack der Pfefferminze kennen wir meist schon von Kindheit an. Zumeist, wenn Mutti mit einer Tasse frisch aufgebrühtem Pfefferminztee um die Ecke kam, weil mal wieder eine Erkältung im Anflug war. Dabei wird dieser Lippenblütler nicht nur als Tee, sondern auch als Küchenkraut verwendet. PfefferminzeDie Engländer würzen mit der krautigen Pfefferminze manch Sauce, und in einigen arabischen und nordafrikanischen Ländern hat sich das Kraut zu einem „Standardgewürz“ etabliert und Pfefferminztee besitzt dort den Stellenwert eines Nationalgetränks.

Die „normale“ Pfefferminze (Mentha x piperita) entstammt der Gattung der Minzen. Innerhalb dieser Gattung gibt es eine Vielzahl von Minze-Arten, wie beispielsweise die Marokkanische Minze. So können Sie verschiedene Arten anpflanzen und genießen.

Die anspruchslose und vollkommen pflegeleichte Pfefferminze können Sie nicht nur im Beet anpflanzen, sondern auch problemlos in einen schönen Kübel. So bereichert das mehrjährige Kraut auch den kleinen Kräutergarten auf dem Balkon.

Der optimale Standort für die Pfefferminze im Garten

Die winterharte Pfefferminze benötigt zum Wohlfühlen ein leicht sonniges bis halbschattiges Plätzchen. Darüber hinaus möchte der bis zu 100 Zentimeter hoch werdende Lippenblütler einen feuchten und nährstoffreichen Boden vorfinden. Dieser sollte humos, lehmig oder sandig sein.

Wie alle Minze-Arten neigt auch die Pfefferminze zum Wuchern – lassen Sie ausreichend Platz zu den nächsten Pflanzen. Bevor Sie das Kraut in das Beet einpflanzen, sollten Sie eine Wurzelsperre einbringen. Ansonsten haben Sie irgendwann sehr viel Pfefferminze im Garten. Alternativ können Sie den Lippenblütler auch mit einem Topf in die Erde setzen oder auch in einem schönen Kübel auf die Terrasse stellen.

Die Pfefferminze im Garten pflegen und vermehren

Da die Pfefferminze einen feuchten Boden bevorzugt, sollten Sie das Kraut regelmäßig bis häufiger, insbesondere an sehr warmen Sommertagen, gießen. Staunässe sollten Sie vermeiden.

In einem nährstoffreichen Boden muss die Pfefferminze nicht zwingend gedüngt werden. Falls Sie düngen möchten: übertreiben Sie es nicht – weniger ist oftmals mehr. Da Sie das Kraut verwenden möchten, ist organischer Dünger natürlich die erste Wahl. Hier bieten sich beispielsweise Hornspäne oder Brennnesseljauche an.

Sollten Sie in Ihrem Kräutergarten Kamille angepflanzt haben, lassen Sie ausreichend Platz zwischen den beiden Kräutern. Pfefferminze und Kamille sind sich nicht „grün“ und sind somit nicht als direkte Nachbarn geeignet.

Etwa alle zwei bis maximal fünf Jahre wird die Pfefferminze an eine andere Stelle im Garten gepflanzt. Dort, wo vorher die Minze stand, sollten mindestens vier bis fünf Jahre keine Lippenblütler, also auch keine weitere Minze, angebaut werden.

Die Vermehrung der Pfefferminze ist denkbar einfach – entweder ganzjährig durch eine Teilung oder im Frühjahr durch die Stecklingsvermehrung.

Die Pfefferminze ernten und trocknen sowie aufbewahren

Die Triebe und jungen Blätter können Sie ganz nach Bedarf ernten – ob nun für einen Tee, als Deko auf dem Nachtisch oder im Cocktail. Möchten Sie sich einen Vorrat anlegen, wird die Pfefferminze vor ihrer Blüte geerntet – so erhalten Sie die beste Qualität. Im Herbst können Sie erneut „im großen Stil“ ernten. Diese Ernte lohnt sich meist nur, wenn der Sommer sonnenreich war und somit für ausreichend Inhaltsstoffe gesorgt hat. Falls Ihr Vorrat aus der ersten Ernte groß genug ist, können Sie die Pfefferminze im Herbst auch einfach nur runterschneiden. Mit diesem Schnitt kommt das Kraut problemlos über den Winter.

In der Regel wird das Kraut für den Pfefferminztee geerntet, und das Trocknen bietet sich in diesem Fall zur Konservierung an. Dazu können Sie das ganze Kraut über dem Boden abschneiden. Achten Sie darauf, dass die Trocknung schnell und ohne Sonneneinwirkung vonstatten geht – ansonsten leiden die Inhaltsstoffe der Pfefferminze. Wenn das Kraut vollständig getrocknet ist, wird dieses gut verschlossen und dunkel aufbewahrt.

Die Pfefferminze im Topf auf dem Balkon oder der Terrasse

Wie im Freiland benötigt die Pfefferminze im Topf einen leicht sonnigen bis halbschattigen Standort. Das nährstoffreiche Substrat wird ebenfalls etwas feucht gehalten, Staunässe muss aber auf alle Fälle vermieden werden. Um dieser vorzubeugen, sollten Sie schon im Vorfeld beim Einpflanzen an die Drainageschicht denken. Gedüngt wird die Pfefferminze mäßig mit einem organischen Dünger.

Während der kalten Jahreszeit kann die geschnittene Pfefferminze durchaus auf dem Balkon verbleiben. Werden starke Fröste erwartet, können Sie die Pflanze auch mit einem Vlies oder Gaze abdecken und den winterfesten Kübel auf eine Styroporplatte stellen und diesen zusätzlich mit einer Noppenfolie umwickeln. Wenn Sie ganz sicher gehen möchten, können Sie die eingetopfte Pfefferminze auch drinnen an einem kühlen Ort überwintern.

 

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Bild: © Claudio Divizia – Fotolia.com

Kommentare

12 Kommentare zu ‘Pfefferminze: Küchen- und Teekraut gleichermaßen

  1. Wie Ernte ich die Pfefferminze am besten und wie soll ich sie trocknen.
    Reicht es die Blätter abzuzupfen und z.Bsp. auf einem Butterbrotpapier
    zum Trocknen zu legen.
    Die Trockenzeit soll wie lange sein?
    Und wie soll man seinen Vorrat auf bewahren.
    MFG.S.Reinert

  2. Die Art der Trocknung hängt ein wenig vom Platz und der Menge ab. Wenn Sie recht viel Pfefferminze haben, dann bietet sich die Strauß-Trocknung an. An einem sonnigen und zudem trockenen Tag wird die Pfefferminze mit einer sauberen und scharfen (Garten-)Schere geschnitten. Wenn Sie zwischendurch einige Stängel schneiden, setzten Sie die Schere am besten über einem Blattpaar an. So kann die Minze an dieser Stelle wieder austreiben und Sie haben den ganzen Sommer über frische Pfefferminze. Nachdem Sie die Stängel geerntet haben (bitte nicht in einer Plastiktüte oder -gefäßen ernten), werden diese und die Blätter gesäubert, aber nicht gewaschen. Einzelne Blättchen, die beispielsweise stark verdreckt oder beschädigt sind, entfernen Sie vor dem Trocknen. Nun werden die gesäuberten Stängel zusammengebunden. Binden Sie nicht zu viele Stängel auf einmal zusammen, da diese schlechter trocknen. Die kleinen Sträuße werden nun kopfüber – ohne Sonneneinwirkung und an einem luftigen Plätzchen – zum Trocknen aufgehängt. Die trockenen Blätter können Sie dann abstreifen und in das Gefäß zur Aufbewahrung geben.

    Wenn die Ernte-Menge überschaubar ist, können Sie auch die einzelnen Blätter trocknen. Diese können Sie beispielsweise auf Butterbrotpapier auslegen und ab und an bis zur kompletten Trockung wenden.

    Die Pfefferminze ist vollständig abgetrocknet, wenn die Blätter beim Zerreiben zwischen den Fingern zerbröseln.

    Wie im Artikel beschrieben, wird die getrocknete Pfefferminze zur Vorratshaltung – wie auch anderer Tee – dunkel und in einem dicht abschließenden Gefäß gelagert.

  3. Wie oben im Artikel beschrieben („Die Pfefferminze ernten und trocknen sowie aufbewahren“) wird die Minze für die Vorratshaltung vor der Blüte geerntet. Direkt über Ihrem Kommentar können Sie ebenfalls nachlesen, wie die Pfefferminze geerntet und getrocknet wird.

  4. erstaunlich, meine Pfefferminze bring mir sogar im Winter frische Blätter. Allerdings nur in der Wohnung damsonnigen Fenster. Lecker…..frisch wenn es draussen schneit ernten…

  5. …..die Pfefferminze einfach im Herbst nur runterschneiden…….
    was heisst hier runterschneiden, ? mir ist schon einiges kaputt gegangen beim „runterschneiden“
    Danke fuer Eure Hilfe im voraus

  6. Kann ich als Substrat auch Kokoserde nehmen ??
    Habe Kokoserde mit Torf gemischt,
    Der kübel am Balkon zeigt richtung Süden, also Sonne von Morgens bis Abends…
    Bitte um Antwort

  7. Wenn man Kokoserde mag, kann man das gerne mal probieren – einen Erfolg kann ich natürlich nicht garantieren.
    Ich habe in der Vergangenheit Kokoserde ein Mal verwendet und mich ganz schnell wieder davon getrennt, weil sie bei mir permanent nur geschimmelt hat.

  8. Danke, dass du dein GArtenbuch mit uns teilst! Ich finde dass sehr interessant, nicht nur weil man da vieles lernen kann, wie beispielsweise hier über die Pfefferminze, sondern auch weil man immer wieder neues erfährt und entdeckt in deinem GArtenbuch 🙂

  9. Danke für den ausführlichen informativen Beitrag.

    Wie krieg ich die Minze, die sich stark in meinem Garten verteilt hat wieder so hin, dass ich diese in einer Art Gewächshaus wachsen lassen oder mit etwas abtrenne?

    Der sieht leider immer sehr zu gewachsen von den ausgetrockneten Minze.

    Leider kann man kein Foto anhängen sonst würde ich vom Garten ein Foto reinstellen.

  10. Minze ist in Sachen Ausbreitung wirklich undankbar. Deswegen habe ich meine komplette Minze (fünf Sorten) in zwei Zinkwannen und einem Pott drin.
    Wenn die Minze wieder kräftiger geworden ist, würde ich mit etwas davon ausbuddeln und eintopfen – dann kann die überall dort hingestellt werden, wo es auch vom Licht her passt. Und sie wuchert nicht mehr alles zu. Den unerwünschten Rest würde ich dann einfach entsorgen oder, noch besser, verschenken. Beispielsweise gibt es auf Facebook viele Pflanzentauschgruppen.

    Ja, das mit den Bildern in den Kommentaren ist leidig. Bisher habe ich leider noch kein Plugin gefunden, um Bilder in die Kommentare einzubinden.

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