Schlehe: wertvoller Wildstrauch für Mensch und Tier

Die Schlehe (Prunus spinosa), die Sie vielleicht auch unter ihren anderen im Volksmund bekannten Namen Schlehdorn oder Schwarzdorn kennen, gehört zu unseren wertvollsten einheimischen Wildgehölzen. Der Strauch dient nicht nur als Vogelschutzhecke, sondern auch als Nahrungsquelle für eine Vielzahl verschiedener Tiere. Die Schlehe trifft man nicht nur bei Spaziergängen in der Landschaft an, sondern auch wieder zunehmend in Gärten.

Der passende Standort für die Schlehe im Garten

Die sehr dornenreiche Schlehe möchte gerne einen Standort in der Sonne. In der Wärme der Sonnenstrahlen wächst sie nicht nur dicht, sondern blüht etwa ab Ende März auch reichlich. Gerade dieser dichte Wuchs und die Dornen machen die bis zu drei Meter hoch werdende SchleheSchlehe zu einer idealen Heckenpflanze. Besonders an Feldrändern und zwischen Äckern wachsen viele Hecken aus diesem anspruchslosen Wildgehölz. Da die Schlehe sehr viele Wurzelausläufer bildet, werden die Hecken und solitär gepflanzte Büsche sehr dicht.

Auch in einer Hecken-Gemeinschaft kommt der Wildstrauch gut zur Geltung. So können Sie neben die Schlehe beispielsweise auch noch Berberitze, Liguster, Haselnuss, Weißdorn und Wildrosen pflanzen. So finden noch weitere Tiere in Ihrem Garten eine Nahrungsquelle und siedeln sich an.

Die recht langsam wachsende Schlehe fühlt sich in einem trockenen und dazu kalkhaltigen Boden wohl. Trockenheit stellt kein Problem für das Wildgehölz dar. Sie müssen also nicht permanent gießen oder wässern. Auch im Winter müssen Sie sich keine Gedanken machen. Die bis etwa 60 Jahre alt werdende Schlehe ist sehr frosthart. Auch starke Fröste können ihr nichts anhaben.

Die Schlehe im Garten vermehren und schneiden

Durch die Wurzelausläufer und die Verbreitung durch Vögel vermehrt sich die Schlehe selbst. Wenn Sie allerdings einen oder mehrere weitere Büsche gezielt in Ihrem Garten anpflanzen möchten, bieten sich diese Ausläufer an. Aber auch durch Stecklinge beziehungsweise Steckhölzer und Absenker können Sie die Schlehe vermehren.

Nach der Blüte können Sie Ihren Wildstrauch mit einer scharfen und sauberen Gartenschere auslichten und zuschneiden. Die Wurzelausläufer können Sie ebenfalls entfernen, falls Sie den Busch nicht ausufern lassen möchten.

Die Schlehe als Nahrungsquelle

Nicht nur wir Menschen genießen im Herbst die schmackhaften Früchte der Schlehe. Viele Tiere nutzen dieses ungemein wertvolle Wildgehölz als Futterquelle. Fast 140 verschiedene Insektenarten, etwa die Hälfte davon sind verschiedene Schmetterlinge, 20 Vogelarten – beispielsweise das Rotkehlchen – und auch über zehn Arten der Säugetiere, darunter die Gelbhalsmaus, suchen die Schlehen auf.

Damit Sie in den Genuss der haselnussgroßen Steinfrucht kommen, sollten Sie den Frost abwarten. Den benötigen die blauen Früchte, damit sie ihr süßliches Aroma entwickeln. Vor dem ersten Frost schmecken sie sauer und bitter-herb – also eher übelschmeckend. Die durchgefrorenen Früchte der Schlehe hingegen lassen sich zu schmackhaften Marmeladen, Säften oder auch Likören verarbeiten.

 

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Bild: © Andrea Wilhelm – Fotolia.com

Kommentare

6 Kommentare zu ‘Schlehe: wertvoller Wildstrauch für Mensch und Tier

  1. Wie ist es mit den Dornen? Entwickeln sich diese erst im Laufe der Fruchtreifung? Ich habe Schlehen gesehen, welche noch keine Dornen haben, alle anderen Merkmale stimmen aber. Gibt es Verwandte ohne Dornen? Bitte Info, mfG. Uwe Stuber.

  2. Eine Antwort muss ich leider schuldig bleiben, da ich nicht weiß, ob alle Sorten Dornen tragen bzw. wann diese ausgebildet werden.

  3. Verschiedene Insekten oder auch Vögel, wie der Neuntöter. Unter dem Absatz „Die Schlehe als Nahrungsquelle“ werden verschiedene Tiere genannt, denen die Schlehe als Nahrungsquelle dient.

  4. HABE IM VERGANGENEN hERBST EINE SCHLEHE GEPFLANZT. LEIDER ZEIGT SIE BISHER WEDER BLÜTEN NOCH BLÄTTER. IST SIE VIELLEICHT VERTROCKNET ODER BRAUCHT SIE LÄNGER UM ANZUWACHSEN?

  5. Es ist gut möglich, dass die Schlehe nicht angegangen ist. Dafür können verschiedene Möglichkeiten verantwortlich sein – beispielsweise Staunässe und die Wurzeln sind dadurch ersoffen und verfault. Da ich die klimatischen Verhältnisse nicht kenne, kann es sein, dass die Schlehe einen Moment länger braucht – in klimatisch weniger bevorzugten Gebieten hält der Frühling erst später Einzug.

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