Nachwuchs aus Steckhölzern

Kennen Sie den Unterschied zwischen Steckhölzern und Stecklingen? „Unterschied?“, werden vielleicht einige denken, „ist das nicht dasselbe?“ Nein, ist es nicht! Stecklinge sind noch mit Blättern versehen, meist halb verholzt und werden während der Vegetationszeit geschnitten, um Pflanzen zu vermehren. Steckhölzer dagegen sind ohne Blätter, komplett verholzt und man schneidet sie dann, wenn die Pflanzen ruhen. Heute soll es in unserem Artikel also um die Steckholz-Vermehrung gehen. Wann, wie, welche Pflanzen und was Sie noch beachten sollten, und natürlich gibt es auch eine Anleitung – also, auf geht´s!

Wie Sie Steckhölzer schneiden

Steckhölzer schneiden ist an sich keine Philosophie, dennoch müssen sie ein bisschen was beachten. Zum Beispiel den Zeitpunkt, wann das Steckholz geschnitten wird. Dies wird in der Regel im Herbst oder im Winter gemacht, also dann, wenn die Pflanzen in der Vegetationspause sind. Diese Jahreszeit bietet sich schon allein deshalb an, weil man Bäume und Sträucher im Herbst/Winter sowieso zurückschneidet. Bei dieser Gelegenheit also gleich Steckhölzer schneiden und ab in die Erde.

Einfach so in die Erde? In milden Wintern können Sie die Steckhölzer durchaus direkt in die Gartenerde stecken. Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie sie in vorbereitete Töpfe in der Wohnung geben. Durch die wärmeren Temperaturen bilden sich schneller Wurzeln und Sie können die neuen Pflanzen schon im Frühling nach draußen setzen.

Wie Steckhölzer beschaffen sein sollten

Um bei der Vermehrung durch Steckhölzer die besten Ergebnisse zu erzielen, sollten Sie Steckhölzer immer von gesunden und kräftigen Trieben abschneiden. Sie sollten gut verholzt sein und wenn möglich aus dem letzten Jahr. Dazu schneiden Sie Steckhölzer, die eine Länge von 15 bis 20 Zentimeter haben – gerne auch länger – ab. Nehmen Sie bitte keine Triebspitzen, denn dort ist das Holz noch sehr schwach. Achten Sie auch darauf, dass das Stück Holz mehrere Blattknoten hat. Aus diesen wachsen dann unterirdisch Wurzeln, oberirdisch Triebe.

Welche Pflanzen sind geeignet?

Natürlich funktioniert das Vermehren mit Steckhölzern nicht mit jeder Pflanze. Das wichtigste Kriterium ist: Sie muss verholzt sein. Um Ihnen eine kleine Übersicht zu geben, hier einige der gängigen Pflanzen, bei denen Steckhölzer als Vermehrungsmöglichkeit funktioniert. Besonders geeignet ist diese Methode bei schnellwachsenden Pflanzen:

  • Sommerflieder
  • Rosen
  • Jasmin
  • Forsythie
  • Weigelie
  • Holunder
  • Schneeball
  • Deutzie
  • Zierkirsche, Zierapfel
  • Korkenzieher-Haselnuss

Und hier noch mal kurz in der Übersicht eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Im Herbst/Winter Steckhölzer von gesunden, verholzten Pflanzen schneiden. Länge ca. 20 Zentimeter, keine Triebspitzen, keine Blätter.
  2. Steckhölzer ca. zur Hälfte in Erde stecken. Entweder direkt im Garten, alternativ im Blumentopf. Vorteil beim Stecken der Hölzer im Topf: Sie bilden schneller Wurzeln und Blätter.
  3. Im Frühling Stecklinge im Topf nach draußen pflanzen.
  4. Bei empfindlichen Pflanzen wie etwa Zierkirsche, Zierapfel oder Korkenzieher-Haselnuss die Steckhölzer ab Anfang März mit einer Folie abdecken, bis der Austrieb rund zehn Zentimeter lang ist.

 

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Kommentare

3 Kommentare zu ‘Nachwuchs aus Steckhölzern

  1. Na, dann weiss ich ja jetzt, was ich mit meinen Holunder-Steckhölzern mache 🙂 Danke, für den informativen Beitrag! LG

  2. Beim Apfel sollte es gehen, bei der Birne und Quitte weiß ich es nicht, ist aber gut möglich.
    Bei der Steckholz-Vermehrung muss nur klar sein, dass der Baum dann ganz anders wächst, weil er nicht auf einem Untergrund veredelt wurde (anderes Wurzelwerk, anderer Stamm, andere Höhe). In dem Fall würde ich in einer Baumschule nachfragen, ob die Steckholz-Sorte in ihren „Grundvoraussetzungen“ ok ist – denn schwierig kann es beispielsweise in einem kleinen Garten werden, in dem kein Platz für einen sehr hohen und breit wurzelnden Baum ist.

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