Stecklinge: Vermehrung von Kopf bis Wurzel

Pflanzen können ja auf die unterschiedlichsten Arten vermehrt werden. Eine der einfachsten ist wohl die Stecklingsvermehrung. Wobei man einiges beachten muss, damit es auch klappt. Am weitesten verbreitet ist die Vermehrung mit Kopfstecklingen.

Hierbei wird ein kräftiger, nicht zu junger Pflanzenteil mit einer Länge von ca. 15 bis 20 Zentimetern mit einem scharfen Messer vorsichtig von der Mutterpflanze abgeschnitten. Nun werden alle Blüten entfernt (Blüten kosten der Pflanze zu viel Kraft) und der untere Teil der Blätter (ca. die Hälfte des Stecklings). So vorbereitet kann der Steckling auch schon in die Erde gegeben werden. Ob Anzuchterde oder herkömmliche Blumenerde ist in diesem Fall egal. Wichtig ist, dass man den Steckling immer schön feucht hält (nicht zu nass) und anfangs nicht der Sonne aussetzt. Sobald man bemerkt, dass er oberirdisch weiterwächst, kann man davon ausgehen, dass sich Wurzeln gebildet haben. Wenn die ersten Wurzeln unten aus dem Topf herausschauen sollte man ans Umtopfen denken.

Die meisten Topfpflanzen und Stauden sind für diese Art der Stecklinge Vermehrung geeignet. Dazu zählen beispielsweise Begonien, Fuchsien, Efeu, Geranien, Lavendel und auch Salbei. Neben dieser allgemein bekannten Pflanzenvermehrung gibt es noch weitere, die allerdings nur an bestimmten Pflanzen angewendet werden können.

Vom Stammsteckling zum Wurzelsteckling

Beim Vermehren von Pflanzen kann es auch vorkommen, dass man mit Kopfstecklingen nicht weiterkommt. Dann könnte der Stammsteckling interessant werden. Dieser wird von Pflanzen genommen, deren Triebspitzen sich an oberirdischen Stämmen oder Ästen befinden. Diesen Steckling schneiden Sie mit oder ohne Blätter – je nach Pflanzenart. Möglich ist dies beispielsweise bei der Riesen-Palmlilie oder dem Köstlichen Fensterblatt. Die Art und Weise wie vermehrt wird, ist nicht anders als bei den Kopfstecklingen.

Pflanzen lassen sich auch durch Blattstecklinge vermehren. Dabei kommt ein Blatt – mit oder ohne Stiel – in die Erde und wird, wie oben beschrieben, behandelt. Der Erfolg ist hier nicht so gegeben, wie bei den Kopfstecklingen, weil das Blatt anfälliger für Fäulnis ist. Diese Vermehrungsart ist selten anzutreffen und wird beispielsweise beim Usambaraveilchen und beim Geldbaum praktiziert.

Ähnlich dem Kopfsteckling ist das Steckholz. Der Pflanzenteil ist derselbe, nur ist dieser hier bereits verholzt. Hier können allerdings Knospen, die sich am Steckling befinden, belassen werden. Geschnitten wird in der Vegetationspause zwischen November und Februar. Bis zum Einpflanzen kann man die Steckhölzer in feuchten Sand geben, im Frühjahr dann in die Erde setzen. Mit einem Steckholz kann man beispielsweise Goldregen, Holunder, Weißdorn und Forsythien vermehren.

Zu guter Letzt betrachten wir noch die seltenste Variante der Stecklingsvermehrung: den Wurzelsteckling. Hierbei wird ein Wurzelteil ohne Stängel oder Blätter entfernt und separat eingepflanzt. Möglich ist dies beispielsweise bei der Kugel-Primel.

Sie sehen: Stecklinge ziehen ist keine Philosophie und kann praktisch jeder. Wer ein paar wichtige Punkte beachtet, der wird auch schnelle Erfolge haben. Hier noch mal kurz und bündig im Überblick:

  • Stecklinge mit einem scharfen Messer abschneiden (nicht mit einer Schere: Quetschungsgefahr)
  • Stecklinge von Blüten und Knospen entfernen (Ausnahme: Steckholz)
  • Unteren Teil der Stecklinge von Blättern befreien
  • Erde stets feucht aber nicht zu nass halten
  • Anfangs in den Schatten stellen

 

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