Unkrautvlies – oder jäten Sie lieber?

Manchmal kann einem sein Garten schon ganz schön auf den Geist gehen. Wenn nichts wächst, Unkraut wächst immer! Überall! Nervt Sie das auch so? Haben Sie weder Zeit noch Lust, alle paar Tage durch die Beete zu jagen, um die lästigen Pflanzen, die da nicht hingehören, rauszurupfen? Dann nehmen Sie Unkrautvlies und alles ist gut.

Unkraut ade

Auch wenn so manch ein Gärtner sagt, dass es Unkraut nicht geben würde, weil jede Pflanze ihre Berechtigung hat, mag das zutreffen – aber muss es immer im Unkrautvlies verlegenhübsch angelegten Beet sein? Eben nicht, und genau deshalb wollen wir uns dem Unkrautvlies widmen, das dafür sorgt, dass die Beete unkrautfrei bleiben und man sich das Robben auf allen Vieren sparen kann.

Unkrautvlies gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Welche Sie nehmen, ist eigentlich egal. Wichtig ist, dass das Vlies wasserdurchlässig ist, da es sonst zu einem Wasserstau kommt. Planen aus Plastik oder dergleichen sind also nicht geeignet. Auch sollte das Vlies robust sein. Wenn es leicht reißt, dann Finger weg, denn damit werden Sie nicht glücklich.

Unkrautvlies verlegen – so geht’s

Um Unkrautvlies auch so zu verlegen, dass Unkraut keine Chance mehr hat, sollte dies immer vor der Beetbepflanzung geschehen. Möchten Sie Unkrautvlies in einem Beet verlegen, das bereits bepflanzt ist, werden Sie wohl oder übel die Pflanzen erst mal alle ausgraben müssen.

Im ersten Schritt tragen Sie ein paar Zentimeter Erde ab. Danach schneiden Sie das Unkrautvlies auf die Beetgröße zu. Achten Sie darauf, dass Sie das Vlies nicht beschädigen. Legen Sie es nun auf das Beet und beschweren Sie es an den Rändern, damit es beim Pflanzen nicht vom Wind weggeweht wird. Nun müssen Sie an den Stellen, an denen Sie Ihre Blumen setzen möchten, einen Kreuzschnitt machen – natürlich so groß, dass Sie die Pflanze einsetzen können. Klappen Sie dafür die vier Ecken des eingeschnittenen Vlieses nach hinten, setzen Sie die Pflanze hinein und verfüllen Sie das Loch mit Erde. Nun werden die Ecken wieder zurückgelegt. Die Schnittkanten können Sie noch zusammentackern, dies muss aber nicht sein. Ist das Beet fertig bepflanzt, eine Schicht Erde auf das Unkrautvlies. Schon sind Sie fertig und werden staunen, wie wenig Unkraut in Zukunft wächst. Ein bisschen was kann an den Schnittstellen durchkommen – mehr aber nicht. Unkrautvlies ist nicht unbegrenzt haltbar, im Laufe der Jahre kann es hier und da passieren, dass es von stärkeren Pflanzen durchstoßen wird. Dann müssten Sie erneut Hand anlegen. Bis dahin aber haben Sie Ruhe vor dem lästigen Unkrautjäten.

 

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Bild: © Bettina Wehmeyer – Fotolia.com

Kommentare

5 Kommentare zu ‘Unkrautvlies – oder jäten Sie lieber?

  1. Guten Abend !
    Besitze einen großen schönen Blumengarten, aber auch ein riesen Problem……GIERSCH… Überall. Weiss jemand eine Lösung???
    Viele Grüße
    Anny Zehreis

  2. Giersch ist unglaublich hartnäckig und lässt sich nicht von heute auf morgen aus dem Garten verbannen.

    Um dem Wildkraut Herr zu werden, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sie können den Giersch Stück für Stück über dem Boden abhacken. Diese Prozudur müssen Sie allerdings mehrmals im Jahr durchführen. Ebenso anstrengend ist die Arbeit mit der Grabegabel. Mit dieser bearbeiten Sie den Boden (nicht umgraben) und sieben die Erde, sodass Sie das Geflecht der Gierschrhizome aus dem Substrat entfernen können. Es dürfen allerdings keine Reste im Boden verbleiben. Eine weitere Möglichkeit, um dem Giersch Luft und Licht zu nehmen, ist der Anbau von Kartoffeln. Nach einem Jahr des Kartoffelanbaus sollte der Giersch aus dem „Kartoffelbeet“ verschwunden sein. Allerdings müssten Sie in diesem Fall sämtliche Pflanzen an einen anderen Platz setzen und im folgenden Jahr neu in das Beet einpflanzen. Bei der Gelegenheit können Sie auch gleich ein Kunststoff-Unkrautvlies in das Beet legen. Damit das Unkrautvlies nicht sichtbar ist, können Sie die Fläche entweder mulchen oder auch mit Kies abdecken. Kiesbeete sind ein schönes Gestaltungselement im Garten. Als letzter „Ausweg“ sind da noch Unkrautvernichtungsmittel zu nennen. Da ich kein Freund von derartigen Mitteln bin, rate ich Ihnen an dieser Stelle von Herbiziden ab – ich bin der Meinung, dass ein gesunder Garten ohne diese Art der Vernichtung auskommen muss. Denn letztlich leidet auch die Tierwelt darunter, die sich in einem gesunden Garten angesiedelt hat.

    Vielleicht können Sie sich auch damit anfreunden, den Giersch nicht gänzlich aus dem Garten zu verbannen, sondern ihm eine kleine Ecke einräumen. Dieses Wildkraut lässt sich hervorragend in der Küche verwenden. Mit anderen Kräutern lässt sich beispielsweise ein leckeres Pesto daraus zaubern.

  3. Hallo ‚cane‘ !
    Danke für die Antwort, das mit den Katoffeln finde ich praktikabel, werde es Stückchenweise versuchen. Alles andere mache ich schon jahrelang. Da der Giersch mir im Garten soviel Mühe macht, schmeckt er mir im leckersten Pesto nicht mehr.
    Anny Zehreis

  4. @Annie Thema Girsch:
    Im Frühjahr den Girsch herausreißen, dann Phacelissaamen darüberstreuen. So gemacht in diesem Jahr, Phacelia blüht schön,
    bietet den Bienen Nahrung und der Girsch wird einfach überwuchert, er bekommt nicht genug Licht.
    Mein Beet sah schön aus und von Girsch war nichts mehr zu sehen. Muß im kommenden Jahr wiederholt werden.
    LG

  5. Vielen Dank für euren hilfreichen Artikel.

    Ich bin bereits seit Längerem ein stiller Leser.
    Und jetzt musste mich mal zu Wort melden .

    Macht genauso weiter, freue mich bereits jetzt schon auf
    die nächsten Artikel

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