Ausläufer: Wenn Pflanzen selbst für Nachwuchs sorgen

Manche Pflanzen tun es selbst und ohne zu fragen, andere muss man dazu anleiten, doch auch dann klappt es ganz prima. Wer Pflanzen vermehren möchte, kann dies bei so einigen Gartenbewohnern sehr einfach über Ausläufer erledigen. Die werden von manchen Blumen nämlich selbst angelegt, man muss also gar nichts mehr tun. Das kann natürlich auch lästig werden. Das bekannteste Exemplar unter den „Unkräutern“ ist beispielsweise der Giersch. Er bildet seine Ausläufer, die sogar zu Kolonien werden können, unterirdisch, man sieht sie also nicht. Er wächst besonders schnell, was dazu führt, dass er oft ganze Gärten in kurzer Zeit in Beschlag nimmt – zum Leidwesen der Besitzer. Um dieser Plage Herr zu werden, muss man geduldig die Pflanzen herausreißen und das Wurzelgeflecht roden. Aber wir wollen ja eigentlich darüber sprechen, wie man mit Hilfe von Ausläufern Pflanzen vermehren kann…

Ausläufer Vermehrung – einfach und mit großem Erfolg

Oft ist bei der Vermehrung von Pflanzen ja das Problem, dass es nicht so recht klappen möchte. Es gibt aber auch einige Pflanzen, die machen die Arbeit schon von selbst, man muss praktisch kaum mehr etwas tun, um Jungpflanzen zu erhalten. Die Erdbeeren sind hier eine der bekanntesten Pflanzen, bei denen das prima funktioniert. Im Laufe des Jahres bilden die Erdbeeren nämlich lange Triebe, an denen sich schließlich ein neuer Seitenspross, also eine neue Pflanze inklusive Wurzeln bildet. Ist diese groß genug, wird sie einfach von der Mutterpflanze getrennt und kann dann an anderer Stelle eingepflanzt werden. Weitere bekannte Exemplare, die diese Nachwuchsarbeit vollbringen, sind das Gänsefingerkraut, Sempervivum, Minze, Thymian, Baldrian, Liebstöckel und auch Bambus.

Vermehren mit ein wenig Nachhilfe

Dann gibt es Pflanzen, denen man ein wenig auf die Sprünge helfen muss. Diese bilden zwar nicht direkt Ausläufer, man kann sie aber mit demselben System vermehren. Bei Farnen und auch bei Clematis ist das zum Beispiel der Fall. Hier werden Triebe genommen und ohne diese abzuschneiden in der Erde fixiert. An dieser Stelle bildet die Pflanze schließlich Wurzeln und kann dann ebenfalls von der Mutterpflanze getrennt werden. Diese Prozedur dauert in der Regel ein wenig länger und ist nicht immer von Erfolg gekrönt. Aber einen Versuch ist es allemal wert.

Durch die Vermehrung mit Ausläufern kann man sich natürlich eine Menge Geld sparen und selbst seinen Pflanzenbestand erweitern. Allerdings muss man auch wissen, dass Ausläufer nicht immer so kräftig sind wie die Mutterpflanze und somit anfälliger für Krankheiten sein können. Beim Beispiel Erdbeeren ist es zudem so, dass die Früchte von neuen Pflanzen, die durch Ausläufer entstehen, geschmacklich nicht immer an die der Mutterpflanze rankommen. Je öfter man Ausläufer zieht, umso mehr können die Früchte auch einbüßen. Achten Sie aber auch bei Pflanzen, die nicht zum Unkraut zählen, auf unerwünschte Ausläufer und – sofern Sie keine davon möchten – halten Sie diese rechtzeitig im Zaum, denn sonst könnte auch hier das Wuchern beginnen.

 

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