Barbarazweige: Ein bisschen Glück schadet nie

Wenn der Winter vor der Türe steht und es draußen nass, kalt, grau und unansehnlich ist, können Sie sich den Vorfrühling nach drinnen holen. Barbarazweige haben eine lange Tradition und werden aus einem ganz bestimmten Grund geschnitten: Damit soll das Glück einem hold sein. Und wenn Sie nun auch gerne einen solchen Zweig haben möchten, tja, dann brauchen Sie einen Barbarabaum …

Blödsinn! Stimmt natürlich nicht, denn der Name Barbara hat so gar nichts mit der Pflanze zu tun, sondern mit der heiligen Barbara. Sie ist die Namenspatronin und dahinter steckt natürlich auch eine Geschichte, die wir Ihnen gerne erzählen wollen.

Barbarazweige – im 3. Jahrhundert fing alles an

Der Brauch, Barbarazweige zu schneiden, geht auf die heilige Barbara zurück. Der Sage nach war sie eine christliche Jungfrau und Märtyrerin, die sich standhaft weigerte, Ihren christlichen Glauben aufzugeben. Dies wurde ihr schließlich zum Verhängnis, was sie mit ihrem Leben bezahlen musste. Auf dem Weg zum Gefängnis Barbarazweigeblieb Barbara an einem Zweig hängen, der dabei abriss. Diesen Zweig stellte sie dann in ein Gefäß mit Wasser. Am Tag ihres Todes begann dieser Zweig schließlich zu blühen.

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich dieser Brauch gehalten. Der Barbarazweig soll dabei durch das Blühen für Glück im folgenden Jahr sorgen. In manchen Gebieten schneiden sich junge Mädchen auch mehrere Zweige, wobei jeder Zweig für einen Verehrer steht. Der Barbarazweig, der nun zuerst blüht, gibt der jungen Frau einen Hinweis auf ihren Zukünftigen. Und auch als Orakel wurden die Zweige genutzt, zum Beispiel, um die Ernte vorauszusagen oder auch mal die Lottozahlen. Probieren Sie es doch einfach mal selbst aus.

So schneiden Sie Barbarazweige richtig

Einen Barbarabaum oder Barbarabusch gibt es nicht. Welche Zweige werden also geschnitten? Dabei kommt es auf die Gegend und den Brauch an, in vielen Fällen aber auch einfach darauf, welchen Busch Sie im Garten stehen haben. Geeignet dafür sind zum Beispiel Zweige von Forsythien, Rotdorn oder Holunder. Aber auch von Bäumen wie Kirsche, Pflaume, Apfel, von Haselnuss und Kastanien und nicht zu vergessen von Birken.

Barbarazweige schneiden Sie immer am 4. Dezember. Das ist der Gedenktag der heiligen Barbara. Danach kommen die Zweige in eine Vase mit Wasser. Stellen Sie die Zweige am besten nicht zu kühl und zu schattig. Wenn alles gut geht, dann blühen die Zweige am Heiligen Abend. Aber selbst wenn sie erst später blühen sollten, bringen Sie ein wenig Farbe in die kalte Jahreszeit.

 

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Bild: © Maya Kruchancova – Fotolia.com

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