Eichhörnchen

Eichhörnchen in den Garten locken

In unseren Gärten tummelt sich allerlei Getier. Die meisten Tiere sieht man nicht, sie leben im Boden und sorgen für gute Erde. Manche Tiere wie Stechmücken & Co. sieht man eher weniger gerne, während sich mit Sicherheit jeder freut, wenn er ein Eichhörnchen erspäht. Gerade in Gärten, die in der Nähe von Wäldern oder Parks liegen, werden Eichhörnchen immer wieder gesichtet. Warum? Bäume sind der Lebensraum der kleinen Nager. Wenn sie dort zu wenig finden, kommen sie schon auch mal dem Menschen nahe. Vor allem dann, wenn dieser dafür sorgt, dass die Vielfraße sich den Bauch vollschlagen können. Daher wollen wir heute die Frage beantworten: Wie kommen Eichhörnchen in den Garten?

Eichhörnchen in den Garten locken: rund um das Pelztier

Bevor wir loslegen und Ihnen zeigen, wie Sie Eichhörnchen in den Garten locken können, wollen wir die niedlichen Tiere mal etwas genauer kennenlernen.

  • Hierzulande sind die Europäischen Eichhörnchen zu finden. Weltweit gibt es 29 unterschiedliche Arten von Eichhörnchen. Dazu gehören die Kaukasischen Eichhörnchen (Kaukasus, Kleinasien), die Arizona-Grauhörnchen (Arizona, New Mexico), die Grauhörnchen (Großbritannien, Italien, Irland), die Fuchshörnchen (USA), die Bunthörnchen (Zentralamerika), die Gelbkehlhörnchen (Venezuela, Brasilien) und auch die Rotschwanzhörnchen (Kolumbien, Venezuela, Panama, Costa Rica).
  • Die Nager werden bis zu 30 Zentimeter groß. Die Körperlänge von rund 40 Zentimetern ist vor allem ihrem Schwanz geschuldet, der rund die Hälfte der Länge ausmacht.
  • Die Fellfarbe der Eichhörnchen variiert hierzulande zwischen einem hellen Rotbraun bis hin zu Schwarz. Einzig der Bauch besitzt immer ein weißes Fell. Zweimal im Jahr, nämlich im Frühling und im Herbst, ist Fellwechsel.
  • Der buschige Schwanz hat die Aufgabe, beim Springen und Klettern das Gleichgewicht zu halten. Auch verwenden es die Nager als Steuer, wenn sie größere Entfernungen durch Sprünge überwinden wollen. Und natürlich dient der Schwanz auch beim Werben um ein Weibchen.
  • Wenn Eichhörnchen Junge bekommen, dann bauen sie für die Aufzucht einen extra Wurfkobel, der mehrere Ausgänge hat. Die Paarungszeit findet zweimal im Jahr statt: Ende Januar und Ende August. Ein Wurf kann bis zu 5 Jungtiere umfassen. Sie kommen nach nur 4 Wochen Tragezeit nackt und blind auf die Welt. Die Kleinen bleiben noch mehrere Monate bei der Mutter, ehe sie danach eigene Wege gehen. Allerdings überlebt nur etwa jedes vierte Junge. Grund sind natürliche Feinde, vor allem aber der Baummarder.
  • Eichhörnchen sind permanent auf Nahrungssuche und nehmen täglich bis zu 80 Gramm auf. Parallel vergraben sie aber auch Ihre Nahrung, um für den Winter vorzusorgen. Die meisten Verstecke finden sie auch wieder – selbst unter einer dünnen Schneedecke. Wenn sie die Vorräte nicht mehr finden oder nutzen sollten, dann sprießen daraus neue Pflanzen, weswegen Eichhörnchen auch ein wichtiges Element für den Waldaufbau sind.

Eichhörnchen in den Garten locken: der Lebensraum

Wie schon erwähnt, sind Bäume der Lebensraum von Eichhörnchen. Wo also viele Bäume zu finden sind, sind auch viele Eichhörnchen. Schon allein deshalb, weil die possierlichen Tiere auf Bäumen ihren Kobel, also ihr Nest bauen. Dieses wird so hoch wie möglich angebracht, um sich so vor natürlichen Feinden zu schützen. Auch legt das Eichkätzchen, wie es auch genannt wird, mehrere Kobel an – bis zu acht können es sein. Einen Hauptkobel, in dem es schläft, und mehrere andere, die zur Futterablage oder als Ausweichquartier genutzt werden.

Der Kobel ist rund und hat eine Größe von 30 bis 50 Zentimetern. Das Tier stellt ein Geflecht aus Ästen her und polstert es mit Moosen, Blättern und Gräsern gemütlich aus. Es werden aber auch bereits vorhandene Vogelnester umgebaut, ebenso nehmen Eichhörnchen schon mal Vogelhäuschen in Besitz. Die Wohnungen haben meist zwei Ein- und Ausgänge, um einen Fluchtweg zu haben. Außerdem sind sie blickdicht und somit auch vor Wind und Wetter geschützt.

Um Eichhörnchen in den Garten zu locken, können Sie also zum Beispiel einen Kobel kaufen oder auch selbst basteln und diesen dann in einen Baum hängen. Achtung: Wählen Sie einen Ort, an dem keine natürlichen Feinde wie Katzen oder Baummarder hingelangen können und hängen Sie die Nagerwohnung entsprechend hoch auf. So können Sie, mit ein bisschen Glück, Eichhörnchen im Garten ansiedeln.

Eichhörnchen in den Garten locken: der Speiseplan

Eichhörnchen sind Allesfresser. Auf der Speisekarte stehen bevorzugt Samen und Nüsse, aber auch Baumfrüchte und Beeren mögen sie gerne. Auch Baumrinde, Obst, Pilze, Triebe und Knospen lassen sie sich schmecken. Gelegentlich kommt es vor, dass sie sich über Eier und Jungvögel hermachen. Eichhörnchen sind daher sogenannte Nesträuber.

Was heißt das nun, wenn Sie Eichhörnchen anlocken möchten? Ganz einfach: Pflanzen Sie Bäume oder Büsche, die die Tiere gerne mögen. Also beispielsweise einen Haselnussstrauch, einen Walnussbaum oder auch Erdbeeren oder einen Apfelbaum. Sollten Sie bereits einen großen Garten mit Eichen, Buchen oder Kastanien haben, dann werden Sie mit Sicherheit auch immer wieder Eichhörnchen beobachten können.

Eichhörnchen in den Garten locken: Tipps zum Schluss

  • Wer Eichhörnchen füttern möchte – vor allem natürlich im Winter – der tut gut daran, eine ausgewogene Ernährung bereitzustellen. Diese besteht beispielsweise aus Esskastanien, Bucheckern, Walnüsse, Haselnüsse, frisches Obst (Äpfel, Birnen), getrocknete Bananen. Aber auch Meisenknödel und anderes Vogelfutter mögen die Nager sehr.
  • Sie können sich auch einen Futterautomaten holen und im Garten montieren. Diese sind speziell für Eichhörnchen konzipiert, das heißt, dass nur die Nager sich bedienen können. Hängen Sie aber auch diese Automaten so auf, dass natürliche Feinde der Eichhörnchen diese nicht erreichen können. Haben Sie mehrere Nager im Garten, dann empfiehlt sich das Aufhängen von mindestens zwei Futterautomaten. Futterneid, Sie verstehen? Experten raten, die Fellschwänzchen nur im Winter zu füttern.
  • Achtung, wenn Sie Regentonnen zum Wassersammeln im Garten stehen haben. Diese bitte immer absichern, denn schnell kann ein Eichhörnchen hineinfallen, was das Todesurteil wäre. Es kommt alleine nicht mehr heraus und ertrinkt. Abdecken können Sie Tonnen mit einem Deckel oder mit einem engmaschigen Netz.
  • Eine große Gefahr für Eichhörnchen sind auch Gifte wie Schneckenkorn und Mittel gegen Ratten und Mäuse. Aber auch Korndünger, wie etwa Blaukorn, sind gefährlich, denn die Tiere nehmen diese Giftstoffe über die Nahrung auf und können daran sterben.
  • Hin und wieder kann es vorkommen, dass Sie ein krankes oder verletztes Eichhörnchen (oder auch ein Jungtier) hilflos im Garten finden. Was tun? Am besten vorsichtig mit einem Handtuch aufnehmen und erst mal nach drinnen bringen. Sofern Sie nicht mit der Erstversorgung von Eichhörnchen vertraut sind, nehmen Sie bitte zeitnah Kontakt zu einer Tierauffangstation auf – diese wird Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

 

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Bild: © JuergenL – Fotolia.com

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