Rotkehlchen

Winterquartier für Nützlinge: so wird Ihr Garten zum Winterhotel

In der warmen Jahreszeit helfen sie uns, damit unsere Pflanzen im Garten vor Schädlingen geschützt sind, wenn es draußen kalt wird, dann brauchen aber diese Nützlinge ein Winterquartier. Die Suche danach können wir ihnen erleichtern, denn wir können im eigenen Garten dafür sorgen, dass sie einen solchen Unterschlupf auch finden. Damit wir heimische Tiere im Garten überwintern lassen können, sollten wir aber auch wissen, welche denn überhaupt zu den Nützlingen gehören.

Winterquartier für Nützlinge: wer gehört dazu?

Eidechsen
Zur Nahrung von Eidechsen gehört jede Art von Insekten, sodass darunter auch Schädlinge sind, die unseren Pflanzen zusetzen können.

Erdkröten
Besonders gerne mögen Erdkröten Schnecken. Somit kann getrost auf Schneckenkorn & Co. verzichtet werden.

Fledermäuse
Die nachtaktiven Säugetiere sind vor allem auf Mücken, Käfer und Falter spezialisiert. Sie lassen sich sogar Insekten schmecken, die auf dem Boden leben.

Florfliegen
Blattläuse und Milben sind die Hauptnahrungsquelle von den typisch grün schimmernden Florfliegen.

Gartenrotschwanz
Der Gartenrotschwanz gehört zur Familie der Fliegenschnäpper und frisst vor allem Gespinstmotten und die Raupen von Frostspannern.

Goldlaufkäfer
Die Goldlaufkäfer, deren Panzer unverwechselbar grün-gold schimmert, mögen besonders gerne Larven von Möhrenfliegen. Außerdem fressen sie auch viele Insekten, die sich über Gemüsewurzeln hermachen. Und weil er sonst wohl nicht satt wird, macht er auch vor Schnecken nicht Halt.

Hummeln
Hummeln mögen Nektar und sind neben Bienen gern gesehene Gäste im Garten. Denn durch ihren Appetit bestäuben sie Pflanzen und sorgen so dafür, dass Pflanzen auch Früchte tragen.

Igel
Die Igel sind vor allem nachts aktiv. Das ist auch gut so, denn dann sind ebenfalls Schnecken und Engerlinge unterwegs, die ganz oben auf der Speisekarte stehen.

Kleiber
Diese Vögel sind nicht nur ein schöner Anblick im Garten, sie schützen auch unsere Obstbäume, indem sie Gespinstmotten und Frostspannerraupen fressen.

Laufkäfer
Der ganz und gar schwarze Laufkäfer stillt seinen Hunger mit Milben, Läusen, den Eiern von Schnecken, Kartoffelkäferlarven und Drahtwürmern.

Marienkäfer
Blattläuse, Blattläuse und noch mal Blattläuse – mehr muss man zum Marienkäfer nicht sagen, oder?

Meisen
Meisen mögen vor allem die Raupen von Frostspannern, aber auch Gespinstmotten stehen auf ihrem Speiseplan.

Ohrkriecher
Dass Ohrkriecher oder Ohrwürmer auch zu den Nützlingen gehören, wissen viele nicht. Sie machen sich zwar auch über Knospen und Früchte her, wenn sie nicht genügend Nahrung finden, ansonsten mögen sie aber vor allem Spinnmilben, Blattläuse und Blutläuse.

Puppenräuber
Die Puppenräuber in ihrem unverwechselbaren Blauton sind Käfer, die sich über Insekten hermachen, die an Wurzelgemüse herumknabbern, so wie die Larven der Möhrenfliege.

Rotkehlchen
Die Rotkehlchen gehören zur Familie der Fliegenschnäpper. Wenn sie auf Nahrungssuche gehen, dann schnappen sie vielleicht auch mal eine Fliege, vor allem aber Gespinstmotten und Frostspannerraupen.

Schlupfwespen
Schlupfwespen können als Nützlinge gekauft und sogar in Räumen eingesetzt werden. Im Garten sind sie ebenfalls anzutreffen und lassen sich vor allem Gespinstmotten und Raupen von Kohlweißlingen schmecken.

Schwebfliegen
Neben der Tatsache, dass Schwebfliegen zu den Bestäubern gehören, fressen sie auch besonders gerne Blatt- und Blutläuse.

Spinnen
Spinnen bauen entweder Netze oder gehen aktiv auf die Jagd nach allen möglichen Insekten. Unnötig zu sagen, dass sie somit auch Schädlingen vorbeugen.

Spitzmäuse
Engerlinge, Fliegenmaden und Schnecken – das Buffet für Spitzmäuse ist eröffnet.

Dies waren nur einige der Nützlinge, die man so im heimischen Garten antreffen kann. Klar ist, dass all diese Tierchen, die sich in vielen Fällen im Verborgenen halten oder nur nachts aktiv werden, sehr nützlich sein können. Daher sollte man sich nicht im Sommer erfreuen, wenn sie ihre Arbeit machen, sondern auch in der kalten Jahreszeit an sie denken. Denn ein Winterquartier für Nützlinge sorgt dafür, dass sie auch im nächsten Frühling wieder aktiv werden.

Winterquartier für Nützlinge – welche Möglichkeiten gibt es?

Natürlich richten sich Winterquartiere für Nützlinge nach den Möglichkeiten, die man in seinem grünen Reich verwirklichen kann. Allerdings sei gleich gesagt, dass es kein Hexenwerk und das meiste wirklich einfach zu bewerkstelligen ist. Und wer dazu noch handwerklich begabt ist, der kann so einiges erreichen. Aber schauen wir uns die Möglichkeiten einfach mal an.

  • Igel
    Wenn die Blätter fallen, dann suchen auch Igel ein Winterquartier auf. Der Gärtner kann hier mit einfachen Mitteln viel bewirken. Da genügt schon der Laub- oder Reisighaufen, der liegengelassen wird. Dort kann sich ein Igel wunderbar eingraben und die kalte Jahreszeit überstehen. Aber auch ein Stapel aus Holz, ein alter Baumstumpf oder ein Steinhaufen sind beliebte Rückzugsorte. Wenn Sie von all dem nichts im Garten haben oder eine andere Möglichkeit bevorzugen, dann tut es auch eine Holzkiste oder ein Karton – beides sollte geschützt aufgestellt und auch so gestaltet werden, dass der Igel rein und raus kommt.
  • Fledermäuse
    Auch in den Städten werden immer häufiger Fledermäuse gesehen. Sie leben auf Dachböden oder in hohlen Bäumen. Ein passender Unterschlupf im Garten kann ein spezieller Fledermauskasten sein, der aus Holz oder Beton besteht. Diesen einfach an einem Baum, der Hauswand oder einer anderen Stelle auf der Terrasse oder im Garten anbringen, schon ist das Winterquartier für diesen Nützling fertig.
  • Insekten
    Viele Insekten vergraben sich im Boden (z. B. auch die Hummelkönigin), andere nutzen einen Haufen aus Holz oder Steinen, wieder andere bevorzugen ein Hotel. Und hier können Sie aktiv werden, denn mit einem Insektenhotel schaffen Sie nicht nur im Sommer einen Unterschlupf, sondern vor allem in der kalten Jahreszeit ein Winterquartier. Diese Möglichkeit nehmen zum Beispiel Marienkäfer, Ohrkriecher oder auch Florfliegen gerne an. Achten Sie darauf, dass das Hotel nach Süden, also zur Sonne, ausgerichtet ist und dass ein Ablauf für Wasser besteht. Sie können ein Insektenhotel fix und fertig kaufen, auch wenn der Naturschutzbund Deutschland diese nicht uneingeschränkt empfehlen kann. Grund sind vor allem ungeeignete Materialien. Allerdings können Sie solche Hotels auch mit etwas Geschick selbst bauen.

    Vor allem Wildbienen, Spinnen und Schmetterlinge überwintern gerne in hohlen Pflanzenstängeln. Das heißt, dass Sie solche Unterschlupfmöglichkeiten im Herbst einfach stehen lassen sollten. Es genügt vollkommen, wenn Sie im Frühling tote Pflanzenteile entfernen.

  • Eidechsen
    Im Sommer kann man Eidechsen oft auf Mauern in der Sonne sehen. Da sich die Körpertemperatur der Tiere an die Außentemperatur anpasst, muss das Tier frostfrei überwintern. Sie sucht sich deswegen ihr Winterquartier in der Erde, unter Baumwurzeln oder in Steinritzen. Wer etwas für diese Tiere tun möchte, der kann eine unverfugte Mauer in den Garten platzieren, schon ist ein neuer Lebensraum geschaffen. Zudem sieht so eine Mauer, bei der einfach Findlinge aufeinandergelegt werden, optisch toll aus, weil sie von Kletterpflanzen erobert werden kann.
  • Vögel
    Nicht nur im Winter, auch im Sommer brauchen Vögel einen Unterschlupf. Ein Vogelkasten ist hier das Optimale, dorthin können sich die Piepmätze verkriechen. Der Kasten sollte so angebracht werden, dass Feinde wie Katzen ihn nicht erreichen können. Auch lieben es Vögel ruhig, auf der Terrasse an der Wand ist er daher ungeeignet. Besser ist ein solitär stehender Baum.

Sie sehen, dass es gar nicht so schwer ist, ein Winterquartier für Nützlinge zu schaffen. Tun Sie etwas für die Tiere, damit sie den Winter überstehen, es kann unser aller Nutzen sein.

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Bild: © cane

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