Vogelfutterhaus

Amsel, Drossel, Fink und Star: Vögel in den Garten locken

Ein eigener Garten an sich ist schon etwas Schönes. Wenn man dadurch noch heimische Vögel anlocken kann, ist er etwas ganz Besonderes. Auf der Terrasse sitzen und dem fröhlichen Treiben der Piepmätze zusehen, ist ganz wunderbar. Gleichzeitig tut man etwas für die Ökologie und die Artenvielfalt. Hört sich alles sehr schön an, nur stellt sich der geneigte Gartenbesitzer mit Recht die Frage: Wie kann man Vögel anlocken? Ein Liedchen pfeifen und schon kommen sie in Scharen – das wird wohl, sofern man die Vogelsprache nicht beherrscht, kaum klappen. Daher möchten wir Ihnen in den nächsten Zeilen einige Tipps geben, wie auch Sie Vögel in den Garten locken können.

Vögel in den Garten locken: Sagen Sie dem Einheitsgrün Lebewohl

Wenn man sich so manchen Garten ansieht, fragt man sich, ob dort überhaupt noch Tiere vorhanden sind. Da sind geschniegelte und gestriegelte Rasenflächen zu finden, Hobbygärtner robben regelmäßig auf allen Vieren und mit der Nagelschere durch das Grün, damit auch alles akkurat aussieht, und wenn auch nur im Geringsten irgendwo ein Gänseblümchen oder ein Löwenzahn es wagen, ihren Kopf aus dem Boden zu stecken, wird sofort die chemische Keule geschwungen.

Natürlich ist das übertrieben, aber Sie merken schon, worauf wir hinaus wollen. Ein Garten, in dem in der Wiese keine Blumen wachsen dürfen und wo Beete, Stauden und Büsche besonders ordentlich aussehen, da werden sich auch keine Vögel längere Zeit aufhalten wollen. Es darf ruhig etwas wilder sein, ohne es verwildern zu lassen. Wer darauf achtet, der wird sehr schnell immer wieder gefiederte Gäste vor seinen Fenstern beobachten können.

Vögel in den Garten locken: Zahlreiche Möglichkeiten

Ein vogelfreundlicher Garten ist kein Hexenwerk. Mit ein paar einfachen Möglichkeiten schaffen es auch Sie, dass Vögel zu Dauergästen bei Ihnen werden.

Futterhäuschen
Gerade in der kalten Jahreszeit gibt es immer mehr Gartenbesitzer, die den Piepmätzen ein Futterhäuschen zur Verfügung stellen. Das ist eine sehr gute Idee, sollte sich aber nicht nur auf den Winter beschränken. Leider finden Vögel auch im Sommer immer weniger Nahrung. Daher ist es nicht verkehrt, einen Futterplatz das ganze Jahr über anzubieten. Allerdings sollten Sie auf einiges achten:

  • Futterhäuschen immer sauber halten.
  • Futter regelmäßig kontrollieren, altes Futter austauschen.
  • Fressplatz so anbringen, dass keine Katzen oder Marder ran können.
  • Vor Wind und Regen schützen.

Nistplätze
In der freien Natur, vor allem in städtischen Gebieten, finden Vögel immer weniger Nistplätze. Wie wäre es, wenn Sie den Vögeln fürs Brüten Kästen zur Verfügung stellen? Das lockt die Tiere an, sie bleiben längere Zeit und sorgen auch noch für Nachwuchs. Auch hier sind einige Punkte besonders wichtig:

  • Nistkästen außerhalb der Brutzeit säubern.
  • Nistplatz so anbringen, dass er sicher vor Katzen und Mardern ist.
  • Das Einflugloch sollte nicht zur Wetterseite zeigen.
  • Nistplatz nicht direkter Sonneneinstrahlung aussetzen.
  • Lieber etwas abseits hängen. Auch wenn manche Vögel Gesellschaft mögen, bevorzugen die meisten doch Ruhe.

Vögel in den Garten locken NistkugelSofern Sie Ihre Hauswand begrünen möchten, bieten Sie Vögeln, wie Amseln oder Buchfinken, eine weitere Möglichkeit zu nisten. Geeignet dafür sind Efeu, Wilder Wein und auch der Knöterich. Weitere natürliche Nistplätze finden Vögel auch gerne in Bäumen und dichten Hecken. Daher ist das Schneiden von Hecken und Bäumen in größerem Ausmaß von März bis September auch gesetzlich verboten. Dadurch werden die Vögel beim Brüten geschützt. Zwar darf man solchen Pflanzen einen Formschnitt geben, sofern Sie aber dort Vogelnester vermuten oder gar gesehen haben, sollten Sie damit ebenfalls warten, bis die Nester im Herbst verlassen werden.

Wildwiese
Wie oben schon beschrieben, sollte der Rasen in Ihrem Garten nicht allzu akkurat sein. Nur wenn hier viele unterschiedliche Pflanzen wachsen und der Rasen nicht auf ein paar Zentimeter gestutzt wird, fühlen sich Vögel wohl. Daher ist eine Wildwiese eine gute Alternative und eine weitere Möglichkeit, Vögel in den Garten zu locken. Zudem finden Sie dort zahlreiche Nahrung in Form von Insekten, die eine solche Wiese ebenfalls anlockt. Eine weitere Nahrungsquelle sind Samen von Wildkräutern und Wildblumen, wie etwa Nachtkerze, Beifuß, Johanniskraut, Brennnesseln, Wegerich, Kletten und Disteln.

Schnittgut
Der ordentliche Gärtner wird Schnittgut von Bäumen und Sträuchern meist entsorgen, häckseln oder kompostieren. Das ist nicht immer nötig. Wenn Sie im Garten eine Ecke entbehren können, in der Sie Schnittgut aufschichten können, dann sollten Sie das tun. In solchen Bereichen bauen sich beispielsweise Zilpzalpe, Zaunkönig und Rotkehlchen Nester und gehen dort auf Nahrungssuche.

Vögel in den Garten locken: Leckere Beerensträucher pflanzen

Viele Vögel ernähren sich von Beeren. Gerade in der kalten Jahreszeit finden sie so noch natürliches Futter. Daher können Sie schon beim Bepflanzen Ihres Gartens vorsorgen Doch welche Sträucher mögen Vögel? Dazu gehören unter anderem

  • Vogelbeeren
  • Weißdorn
  • Berberitze
  • Liguster
  • Holunder
  • Schlehen
  • Kornelkirschen
  • Schneeball
  • Wildrosen

Vögel in den Garten locken: heimische Vogelarten

Man glaubt kaum, wie viele Vögel bei uns heimisch sind. Ad hoc bekommen wir vielleicht sechs, sieben zusammen. Staunen Sie, wie viele unterschiedliche Vögel Sie durch die oben genannten Maßnahmen auch in Ihren Garten locken können:

  • Amsel
  • Bachstelze
  • Blaumeise
  • Buchfink
  • Buntspecht
  • Dohle
  • Eichelhäher
  • Elster
  • Feldsperling
  • Fitis
  • Gartenbaumläufer
  • Gartengrasmücke
  • Gartenrotschwanz
  • Gimpel
  • Girlitz
  • Goldhammer
  • Grauschnäpper
  • Grünfink
  • Hausrotschwanz
  • Haussperling
  • Heckenbraunelle
  • Klappergrasmücke
  • Kleiber
  • Kohlmeise
  • Mauersegler
  • Mehlschwalbe
  • Mönchsgrasmücke
  • Rabenkrähe
  • Rauchschwalbe
  • Ringeltaube
  • Rotkehlchen
  • Saatkrähe
  • Schwanzmeise
  • Singdrossel
  • Star
  • Stieglitz
  • Tannenmeise
  • Türkentaube
  • Zaunkönig
  • Zilpzalp
Birdsticker

Wenn man genau hinschaut, kann man links neben der Linie die unsichtbare Greifvogelsilhouette sehen. Diese Aufkleber sind nicht sichtbar und lassen sich einfach auf die Scheibe aufbringen.

Und hier noch ein paar Tipps zum Schluss:

  • Pflanzen Sie statt exotischen Büschen lieber heimische Sträucher. Diese tragen Früchte, die die Vögel essen können.
  • Obstbäume im Garten bieten Vögel genügend Nahrung.
  • Herbstlaub auf einen Haufen rechen und bevorzugt unter Büschen oder hohen Stauden liegen lassen. Dort verkriechen sich nicht nur Igel, auch Vögel finden dort Nahrung.
  • Neben der Hausfassade lassen sich auch Natursteinmauern oder Garagenwände begrünen – ein guter Rückzugsort für Vögel.
  • Sofern Sie ein Gerätehäuschen haben, können Sie ein Fenster immer gekippt lassen. So können Schwalben im Innern nisten und durch das Fenster nach draußen gelangen.
  • Flache Wasserstellen sind für Vögel nicht nur eine willkommene Tränke, sondern auch ein willkommenes Bad. Auch eine Sandbadestelle ist sinnvoll. Vögel wie etwa der Haussperling brauchen nicht nur Wasser zur Pflege des Gefieders, sondern auch Sand. Dieser Platz sollte idealerweise in der Sonne sein.
  • Sofern Sie größere Fenster an Ihrer Fassade haben, kleben Sie Aufkleber wie Greifvogelsilhouetten (auch unsichtbar erhältlich) an die Scheiben. Vögel könnten sonst dagegen fliegen und sich verletzen.

 

Weitere Artikel rund um Garten, Terrasse und Balkon

 

Bilder: © cane

Discussion

Comments disabled.