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Besserer Gartenboden durch Gründünger

Aha, jetzt wissen wir endlich, warum Pflanzen grün sind. Wir wurden in der Schule alle belogen! Von wegen Chlorophyll und Photosynthese, alles Humbug! Es gibt also einen Dünger, der macht die Pflanzen grün – oder wie soll man Gründüngung sonst verstehen?

Das wär´s noch! Natürlich haben wir nur Spaß gemacht. Unter Gründünger bzw. einer Gründüngung versteht man das Anbauen von bestimmten Pflanzen, um damit den Boden zu verbessern. Im Garten wird dies meist in Gemüsebeeten eingesetzt, ansonsten ist die Gründüngung überwiegend in der Landwirtschaft zu finden.

So funktioniert der Gründünger

Für die Gründüngung kommen nur ganz spezielle Pflanzen in Betracht, dazu später mehr. Die Samen können von Frühling bis Herbst ausgebracht werden. Nachdem sie die Samenreife erreicht haben, werden sie gemäht und als Mulch auf der Erde belassen. Werden die Pflanzen erst im Herbst ausgesät oder handelt es sich um winterharte Gründünger, dann können diese auch über den Winter hinweg stehen bleiben und werden erst im Frühling gemäht. Die Gründüngung hat dabei mehrere Vorteile:

  • Der Boden wird durch die Wurzeln gelockert. Da es sich bei Gründünger um Pflanzen handelt, die sehr viele und besonders starke Wurzeln bilden, wird der Boden somit tiefgründig gelockert.
  • Da brach liegende Flächen bepflanzt werden, wird auch Unkraut im Zaum gehalten.
  • Durch die dichte Bepflanzung kann Regen nicht so schnell zum Boden vordringen, wodurch eine Verschlämmung verhindert wird.
  • Nach dem Mähen wird der Grünschnitt auf dem Boden liegengelassen. Das wirkt nicht nur als Mulchschicht, sondern schafft auch ein ausgeglichenes Bodenklima.
  • Das Bodenleben wird durch die gute Durchlüftung die die organischen Substanzen im Mulch aktiviert.
    Auch kann der Boden mehr Wasser aufnehmen und speichern.
  • Es gibt einige Gründünger, die Schädlinge eliminieren können. So vertreibt die Tagetes zum Beispiel Fadenwürmer.
  • Lupinen und bestimmte Kleearten können Stickstoff aus der Luft in Nitrat umwandeln und so dem Boden zuführen.
  • Und nicht zuletzt werden bei einer Gründüngung in Frühling und Herbst Insekten wie Bienen angelockt, die für die Bestäubung zuständig sind.

Gründünger im eigenen Garten

RingelblumePrinzipiell kann man jedes Beet mit einer Gründüngung versehen. Bei Blumenbeeten macht das aber wenig Sinn, da die meist schon bepflanzt sind. Ganz anders sieht es im Gemüsegarten aus. Diese Beete werden jährlich geerntet und liegen dann mehrere Monate brach. In dieser Zeit kann man dem Boden Gutes tun und über eine Gründüngung nachdenken. Für wenig Arbeit einen tollen Boden erhalten – wer kann da schon nein dazu sagen? Zwei weitere Vorteile gefällig? Bitte schön: Zum einen können Sie durch Blumenbepflanzung für optische Anreize sorgen, zum anderen können Sie durch die Bepflanzung mit anderen Gemüsesorten wie etwa Feldsalat, Buschbohnen, Zucchini oder Kürbisse für eine weitere Gemüseernte sorgen.

Da bei Gemüsebeeten auch die sogenannte Fruchtfolge beachtet werden muss, sollte man bei Kreuzblütler etwas Wichtiges beachten. Diese Pflanzen können nämlich mit verschiedenen Gemüsesorten in Konkurrenz treten und so dafür sorgen, dass am Ende weniger Ertrag steht. Zu den Kreuzblütlern gehören zum Beispiel Raps, Senf und Ölrettich. Sofern Sie Gemüse wie Kohlgewächse, Radieschen, Rettich etc. anbauen, lassen Sie am besten Kreuzblütler bei der Gründüngung komplett weg. Wählen Sie stattdessen andere Pflanzfamilien aus, so gehen Sie auf jeden Fall auf Nummer sicher.

Übrigens müssen die Beete nicht komplett leer sein. Sie können auch, sofern sich zwischen dem angebauten Gemüse genügend Platz bietet, dort Gründünger ansäen. Sieht hübsch aus und tut dem Boden ebenfalls gut.

So wird der Gründünger ausgebracht

Wie schon erwähnt kann eine Gründüngung von Frühling bis Herbst, genauer von März bis Oktober stattfinden. Bevor Sie mit der Aussaat beginnen können, müssen Sie den Boden vorbereiten. Dies geschieht im Grunde wie bei der Rasenaussaat.

  1. Unkräuter entfernen
  2. Nun muss der Boden aufgelockert werden. Bei kleineren Flächen kann dies mit einer Harke oder einem Spaten geschehen, bei größeren Flächen ist eine Motorhacke ideal.
  3. Sofern der Boden sehr schwer ist, geben Sie Sand dazu, der beim Auflockern gleich mit eingearbeitet wird.
  4. Zwar muss ein Gemüsebeet nicht so gleichmäßig sein, wie das beim Rasen der Fall ist, damit es optisch aber gut aussieht, sollten Sie mit einem Rechen den Boden etwas ebnen. Sofern noch Steine oder grobe Pflanzenreste vorhanden sind, werden diese per Hand aufgesammelt.
  5. Jetzt wird das Saatgut per Hand breitwürfig ausgebracht. Sofern es sich um große Beete handelt, kann man auch mit dem Streuwagen aussäen.
  6. Damit der Bodenkontakt vorhanden ist, sollten die Samen mit einer breiten Heuharke in den Boden eingearbeitet werden.

TagetesGerne können Sie am Ende den Boden mit einer Rasenwalze verdichten, das ist aber nicht unbedingt nötig. Bei längerer Trockenheit sollten Sie regelmäßig gießen oder einen Regner nutzen. So keimt das Saatgut gleichmäßig.

Nun kommt es auf die Pflanzenart an, wann die Samenreife erreicht ist. Dies kann zwischen fünf und zehn Wochen dauern. Der optimale Zeitpunkt, um die Pflanzen zu mähen, ist vor der Samenreife. Nach dem Mähen wird der Grünschnitt einfach liegengelassen, er dient als Mulch und versorgt den Boden wie oben beschrieben. Sofern Sie sehr spät säen oder es sich um winterharte Gründünger handelt, können die Pflanzen über die kalte Jahreszeit stehengelassen werden.

Noch ein Tipp: Soll es besonders schnell gehen, nutzen Sie am besten Kresse oder Feldsalat. Diese beiden Pflanzen sind für Kurzeinsaaten besonders geeignet. Sie werden, nachdem sie eine Höhe von rund fünf Zentimetern erreicht haben, direkt in den Boden eingearbeitet.

Pflanzen für die Gründüngung

Zum Schluss wollen wir Ihnen noch ein paar Pflanzen aufzeigen, die für die Gründüngung in Frage kommen.

Phacelia (Bienenfreund)
Aussaat: 04-09
Wurzeln: 70 cm tief, feine Wurzeln
Besonderheiten: schattengeeignet, mag keine Staunässe, Zieht Bienen an, nicht winterhart

Lupinus (Gelbe Lupine), Lupinus angustifolius (Blaue Lupine)
Aussaat: 04-08
Wurzeln: 200 cm tief
Besonderheiten: wandelt Stickstoff in Nitrate um, beseitigt Bodenverdichtungen, nicht winterhart

Fagopyrum (Buchweizen)
Aussaat: 04-08
Wurzeln: 70 cm tief
Besonderheiten: schnelles Wachstum, auch für saure Böden, nicht winterhart

Tagetes (Studentenblume)
Aussaat: 04-08
Wurzeln: 50 cm tief, feine Wurzeln
Besonderheiten: beseitigt Nematoden, nicht winterhart

Trifolium (Roter Klee)
Aussaat: 03-10
Wurzeln: 60 cm tief, Pfahlwurzler
Besonderheiten: wandelt Stickstoff in Nitrate um, winterhart

Calendula (Ringelblume)
Aussaat: 03-09
Wurzeln: 70 cm tief, feine Wurzeln
Besonderheiten: beseitigt Nematoden, schnelle Verrottung, nicht winterhart

Brassica napus (Winter-Raps)
Aussaat: 08-10
Wurzeln: 200 cm tief, Pfahlwurzler
Besonderheiten: nicht säen, wenn Kohlgewächse im Beet gepflanzt sind oder gepflanzt werden sollen, winterhart

Helianthus (Sonnenblume)
Aussaat: 04-08
Wurzeln: 300 cm tief
Besonderheiten: tiefenlockerung, zieht Bienen an, Verholzungen kompostieren, nicht winterhart

Valerianella (Feldsalat)
Aussaat: 03-04, 08-10
Wurzeln: 70 cm tief
Besonderheiten: schafft feinkrümeligen Boden, schnelle Verrottung, winterhart

Secale (Winterroggen)
Aussaat: 09-11
Wurzeln: 120 cm tief
Besonderheiten: sehr intensive Durchwurzelung, keine Unverträglichkeiten, winterhart

Malva (Wilde Malve)
Aussaat: 03-08
Wurzeln: 200 cm tief, Pfahlwurzler
Besonderheiten: Verholzungen kompostieren, viel Blattmasse, für lehmige Böden, winterhart

Trifolium incarnatum (Inkarnatklee)
Aussaat: 05-08
Wurzeln: 120 cm tief
Besonderheiten: vertreibt Kohlfliegen, zieht Bienen an, winterhart

Vicia faba (Ackerbohne)
Aussaat: 02-07
Wurzeln: 120 cm tief
Besonderheiten: wandelt Stickstof in Nitrate um, nicht winterhart

Spinacea oleracea (Spinat)
Aussaat: 03-09
Wurzeln: 120 cm tief
Besonderheiten: bei starken Frösten abdecken, winterhart

 

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Bilder: © cane

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