Mit Hausmitteln den Mehltau bekämpfen

Mehltau auf einem Zucchiniblatt

Alle Jahre wieder haben viele Hobbygärtner mit dem Mehltau im Garten zu kämpfen. Der eine mit dem Echten Mehltau und der andere mit dem weniger bekannten Falschen Mehltau. Egal, welcher der beiden Pilze sich in Ihrem Garten breit gemacht hat: einen Schaden richten beide an.

Echter Mehltau

Ähnlich wie eine Erkältung, die „wie angeflogen“ kommt, verbreiten sich auch die Sporen des Echten Mehltau. Denn der Wind sorgt für eine Ausbreitung dieser und auch anderer Pilzsporen. Aber nicht nur der Wind, sondern auch verschiedene Insekten tragen die Sporen von einem Ort zum anderen. Bekannt ist der Echte Mehltau als ein sogenannter „Schönwetterpilz“ – besonders wohl fühlt er sich, wenn es draußen schön warm und dazu auch noch trocken ist. Insbesondere eine solche Wetterlage begünstigt seine Ausbreitung. Auch wenn der Echte Mehltau schönes Wetter liebt, kann ihm der Winter nichts anhaben. Den überlebt er ohne Probleme. Sobald die Pflanzen nach der kalten Jahreszeit wieder mit den Austrieb beginnen, erwacht auch der Echte Mehltau wieder aus seinem Winterschlaf. Herangereift sind die Sporen in kleinen schwarzen Kügelchen, die sich etwa im Herbst im Pilzgeflecht ausgebildet haben. Diese überwintern entweder im Boden oder auch an der Pflanze selbst.

Echter und Falscher Mehltau
© Copit | istockphoto.com (#10729450 – Schimmel am phlox) Im Garten  können Sie es nicht nur mit dem Echten Mehltau zu tun bekommen, sondern auch mit dem Falschen Mehltau.

Der Echte Mehltau-Pilz besiedelt nicht nur gerne verschiedene Zierpflanzen wie beispielsweise Rosen oder Astern. Auch vor dem Nutzgarten macht er nicht Halt: Dort befällt er unter anderem gerne Stachelbeeren (Amerikanischer Stachelbeermehltau), Möhren und Gurken.

Bereits im Vorfeld können Sie vorbeugend einiges tun, damit es unter Umständen gar nicht erst zu einem Befall kommt. Das wiederholte Spritzen mit einer Brühe aus Ackerschachtelhalm sorgt für eine Kräftigung der Pflanzen. Vermeiden Sie eine Überdüngung insbesondere mit stickstoffreichen Düngern. Sorgen Sie für ausreichend Platz zwischen den einzelnen Pflanzen und für resistente Pflanzen-Züchtungen. Vorbeugende Maßnahmen können einen Befall zwar grundsätzlich nicht verhindern, aber zumindest eindämmen.

  • Schadbild Echter Mehltau: Nicht nur auf der Blattoberseite, sondern auch auf den Stängeln, Knospen, Blüten und gar Früchten der befallenen Pflanze werden Sie einen weißlichen, mehlartigen und stäubenden Belag vorfinden. Im Gegensatz zum Falschen Mehltau bleiben die Echten Mehltau-Pilze an der Oberfläche der befallenen Stellen. Lediglich wurzelartige Gebilde dringen in die obersten Schichten ein, um sich vom Zellsaft zu ernähren. Zurück bleiben verkümmerte und vertrocknete Pflanzenteile, die auch absterben können.

Falscher Mehltau

Der Falsche Mehltau ist kein Schönwetterpilz. Im Gegenteil: Zum Wachsen und Gedeihen benötigt er viel Feuchtigkeit und eine feuchte Wetterlage. Auch er begnügt sich nicht mit Zierpflanzen, sondern befällt gerne Zwiebeln, Kohlrabi, verschiedene Kohlarten, Spinat und auch Salat. Aber auch bei diesem Pflanzenschädling können Sie im Vorfeld vorbeugend wirken. Allgemein zur Stärkung mit Acherschachtelhalmbrühe spritzen, ebenfalls resistente Sorten wählen, nur den Boden um die Pflanze herum gießen und nicht die Blätter sowie wenigstens eine dreijährige Fruchtfolge und einen ausreichenden Pflanzenabstand einhalten.

  • Schadbild Falscher Mehltau: Im Gegensatz zum Echten Mehltau dringen die Sporen des Falschen Mehltaus in das Gewebe der Pflanze ein – dort wachsen sie im Blattinneren. Von dort aus gelangen die Sporenträger durch kleine Spaltöffnungen, zumeist auf der Blattunterseite, nach draußen. Sichtbar ist nun ein weißlicher Belag. Zusätzlich können an der Blattoberseite braun, gelb oder violett verfärbte Stellen auftreten. Nicht nur betroffene Pflanzenteile können eingehen, sondern auch die gesamte Pflanze.

Den Echten und Falschen Mehltau bekämpfen

Befindet sich Ihr Garten im natürlichen Gleichgewicht, sodass sich Marienkäfer heimisch fühlen, können diese ihren Beitrag zur natürlichen Mehltau-Bekämpfung leisten. Manche Marienkäfer-Arten weiden den Pilz ab.

Bevor Sie dem Echten oder Falschen Mehltau zu Leibe rücken, sollten Sie vor dem Einsatz der chemischen Keule erst einmal die Hausmittel auspacken. Gegen beide Mehltau-Pilze helfen niem- und kieselsäurehaltige Mittel, die auf die betroffenen Pflanzen gespritzt werden. Gegen den Falschen Mehltau helfen Sude und Brühen aus Knoblauch oder Zwiebeln – beides haben Sie sicherlich als Standard in der Küche.

Zusätzlich sollten Sie die befallenen Pflanzenteile abschneiden und in die Mülltonne werfen – so wirken Sie einer weiteren Ausbreitung mit dem Echten oder Falschen Mehltau entgegen.

Bilder: großes Bild: © cane;
kleines Bild: © Copit | istockphoto.com (#10729450 – Schimmel am phlox)