Petersilie – der Kräuterklassiker aus dem eigenen Garten

Petersilie im Garten

Die Petersilie ist nicht nur eine schicke Dekoration auf dem Tellerrand, sondern auch eine Bereicherung in der Küche. Viele liebevoll gekochte Speisen bekommen durch dieses Küchenkraut erst die richtige Note. Manche Gerichten kommen überhaupt nicht ohne diesen Kräuterklassiker aus – könnten Sie sich eine Frankfurter Grüne Soße ohne die schmackhafte Petersilie vorstellen? Oder was wäre ein Kräuterquark ohne diese Bereicherung?

Die Petersilie (Petroselinum crispum), die in manchen Regionen auch schlicht Petersil genannt wird oder als Peterle bekannt ist, gehört als zweijähriges Küchenkraut zu der großen Familie der Doldenblütler. Das gilt für die glatte und die krause Petersilie. Die sich übrigens auch im Geschmack unterscheiden. Die glatte Petersilie ist im Geschmack feiner und kräftiger als die krause Sorte.

Petersilie – was Sie unbedingt beachten sollten

Petersilie ist lecker und gesund, dennoch kann Sie im Übermaß auch schädlich sein. Insbesondere Schwangere sollten auf dieses Küchenkraut verzichten, da dieser Doldenblütler auf die Gebärmutter wirkt. Aber auch die Samen der Petersilie haben es in sich. Denn diese sind sogar giftig.

Gehören Sie zu den Kräuterliebhabern, die Heil- und Gewürzkräuter gerne in der Natur sammeln? Wenn Sie nicht wirklich versiert sind auf diesem Gebiet, lassen Sie besser die Finger von Wildkräutern – auch solchen, die wie Petersil ausschauen. Denn nicht selten ist es zu Verwechslungen mit der Hundspetersilie gekommen. Und diese Pflanze gilt als sehr stark giftig – unter Umständen kann der Verzehr auch ein tödliches Ende nehmen.

Der optimale Standort für die Petersilie im Garten

Dieser zweijährige Doldenblütler ist kein ausgesprochener Sonnenanbeter. Die Petersilie bevorzugt zwar einen hellen Standort im Garten, nicht aber Sonne satt. Ein Plätzchen im Halbschatten ist ideal.

Wohl fühlt sich Petersil in einem feuchten und tiefgründigen Boden, der zudem humusreich ist.

Petersilie
© IrisArt – Fotolia.com (#33052163 – Petersilie im Garten) Petersilie bevorzugt einen feuchten, aber keinen staunassen Boden.

Die ideale Pflege für die Petersilie

Die 20 bis 30 Zentimeter hoch werdende Petersilie benötigt kein aufwändiges Pflegeprogramm. Im Grunde brauchen Sie nur gießen, allerdings mit Fingerspitzengefühl und unter Umständen düngen.

Achten Sie beim Gießen darauf, dass Sie es nicht zu gut meinen. Petersil mag zwar gerne einen feuchten Untergrund, möchte aber nicht mit den Wurzeln im Wasser stehen. Versorgen Sie den Doldenblütler also ausreichend, aber nicht übermäßig mit Wasser. Kommt es zu Staunässe, zeigt sich das Küchenkraut von einer divenhaften Seite und wird schnell zickig. Hält der Zustand an, kommt es in der Regel zum „Abschied“ und Sie gehen getrennte Wege. Aber auch das Gegenteil, also ein zu trockener Boden, straft die Petersilie recht schnell.

Beim Düngen gilt: weniger ist oftmals mehr. In der Regel wird der Boden rechtzeitig vor der Aussaat oder dem Pflanzen mit Kompost und organischem Dünger vorbereitet. Die Nährstoffe sind für die Jungpflanzen erst einmal vollkommen ausreichend.

Nach dem ersten Schnitt können Sie ab und an ein wenig nachdüngen. Wählen Sie eine mäßige Dosierung. Für die Nährstoffversorgung können Sie einen Flüssigdünger verwenden. Viele Dünger sind inzwischen auch als „Bio“ erhältlich.

Wichtig ist die Wahl des Düngers. Petersilie ist da sehr eigen. Frischkompost sowie Mist oder andere frische, tierische Dünger verträgt das Küchenkraut überhaupt nicht.

Petersilie selbst säen, pflanzen oder lieber im Topf kaufen?

Bevor Sie die Samen in die Erde säen, bereiten Sie rechtzeitig den Boden mit Kompost und organischem Dünger vor. Ideal ist der Herbst vor der Aussaat im Frühjahr.

Bereits ab März können Sie die Petersilie direkt ins Beet säen. Voraussetzung dafür ist eine Bodentemperatur von wenigstens sieben Grad Celsius. Liegen die Temperaturen darunter, wird die Saat mit allergrößter Wahrscheinlichkeit überhaupt nicht aufgehen. Die Samen kommen einen halben Zentimeter tief in die Erde.

Im Spätsommer, also August bis September, können Sie ebenfalls Petersil säen. So spät gesät geht der Doldenblütler sogar besser an. Denn während der Sommermonate konnte sich der Boden erwärmen, was den Samen zugute kommt.

Wenn die Temperaturen im Frühjahr für die Direktsaat nicht geeignet sind, können Sie auch Keimlinge vorziehen. Und zwar ganz einfach ab Februar auf dem Fensterbrett. In der Regel werden die Samen zu dicht gesät, sodass die kleinen Pflänzchen vereinzelt werden. Sind die Sämlinge kräftig und groß genug, geht es raus ins Beet an die frische Luft.

Petersilie im Garten
© cane Die Petersilie lässt sich einfach und problemlos selbst aussäen.

Egal, ob Sie die Petersilie direkt aussäen oder auf dem Fensterbrett vorziehen: Üben Sie sich in Geduld. Dieser Doldenblütler benötigt etwas Zeit. Erfolgt die Aussaat direkt in die Beete, können Sie auch Radieschen als Markiersaat aussäen.

Sofern Sie Peterle in Reihen säen, planen Sie einen Reihenabstand von zehn bis 15 Zentimeter ein. Haben Sie zu dicht gesät, werden die überzähligen Keimlinge einfach rausgezupft. Achten Sie darauf, dass Sie immer wieder rechtzeitig das Unkraut entfernen.

Alternativ können Sie natürlich auch Petersil im Topf kaufen. Und das in nahezu jedem Lebensmittelgeschäft. Oftmals sind diese vorgezogenen Kräuter eine herbe Enttäuschung. Diese Pflanzen sind auf den schnellen Verbrauch ausgelegt. Nur selten gelingt es, die Pflanzen wenigstens über den Sommer zu bringen. Geben Sie lieber ein wenig mehr Geld aus und suchen eine Gärtnerei auf. Und nach dem Kauf kommt die zweijährige Petersilie entweder direkt ins Beet oder in einen neuen Topf.

Die Petersilie im Topf auf Balkon und Terrasse

Petersil wird auch gerne im Topf gezogen und bereichert den Kräutergarten auf dem Freisitz. Allerdings ist dieser Doldenblütler nicht die dankbarste Pflanze im Topf. Alleine das Gießen kann für den Hobbygärtner in Stress ausarten. Mal ist es zu viel Wasser, ein anderes Mal ist ein zu wenig. Mit anderen Worten: Sie benötigen Fingerspitzengefühl, wenn Sie es der Petersilie im Topf recht machen wollen. Dazu gehört auch, dass Sie es erst gar nicht zu Staunässe kommen lassen.

Da die Nährstoffe in der Blumenerde recht bald aufgebraucht sind, braucht der zweijährige Doldenblütler Nachschub. Nicht in Unmenge, aber ab und an können Sie das Küchenkraut düngen.

Petersilie im Garten
© cane Die Petersilie schmeckt frisch geerntet am besten, lässt sich aber auch hervorragend einfrieren, sodass auch an frostigen Tagen immer frisches Kraut zur Hand ist.

Die Petersilie ernten und konservieren

Bei der Ernte der Petersilie gilt: Nur die äußeren Blätter landen in der Küche. Dazu schneiden Sie wenige Zentimeter über dem Boden. Wenn Sie das sogenannte Herz ernten beziehungsweise schneiden, war es das mit der eigenen Ernte. Das Küchenkraut benötigt dieses Herz (ähnlich wie Erdbeerpflanzen), da es sich daraus entwickelt.

Besonders lecker und gesund ist natürlich frisch geerntete Petersilie. Wenn Sie das Küchenkraut für den Vorrat angebaut haben, können Sie das zerkleinerte Kraut auch einfrieren. So haben Sie auch während der lichtarmen Jahreszeit eigenen Petersilie, mit der Sie Ihre Speisen würzen können.

Peterle können Sie auch trocknen und im Küchenschrank aufbewahren. Allerdings verliert das Küchenkraut bei dieser Konservierungsmethode sehr viel Aroma.

Die Petersilie überwintern

Winter sind in der Regel kein Problem für den Doldenblütler. Zumindest nicht, wenn es sich um nicht zu kalte Winter handelt. In rauen Lagen oder wenn sich wirklich kalte Perioden ankündigen, freut sich das Küchenkraut über einen wärmenden Winterschutz aus Reisig.

Krankheiten an der Petersilie

Auch die Petersilie kann ab und an befallen werden. Mögliche Krankheiten sind der Falsche Mehltau und die Blattfleckenkrankheit.

Petersilie in der Mischkultur

Dieses Küchenkraut ist mit sich selbst unverträglich. Aus dem Grund wird Petersilie jedes Jahr an eine andere Stelle im Garten gesät. Warten Sie mindestens vier Jahre ab, bevor Sie diesen Doldenblütler erneut an die gleiche Stelle säen.

Es gibt Pflanzen, mit denen sich die Petersilie gut, aber auch schlecht verträgt. Gute Nachbarn sind Radieschen, Rettiche, Schnittlauch, Tomaten sowie Zwiebeln. Schlechte Nachbarn hingegen sind generell Doldenblütler. Auch Salat möchte Peterle nicht in der Nachbarschaft stehen haben.

Bilder: großes Bild ganz oben: © cane;
kleines Bild: © IrisArt – Fotolia.com (#33052163 – Petersilie im Garten);
kleines und großes Bild unten: © cane