Bärlauch Vorgarten

Bärlauch: auch im Garten dufte

Bewundern Sie bei Spaziergängen auch diese mitunter riesigen Bärlauchbestände, wie sie in manchen Laubwäldern und Waldrändern zu finden sind? Und wenn es zur Blütezeit, also etwa im April, Mai und Juni, unwiderstehlich nach Knoblauch riecht? Kein Wunder, dass der Bärlauch durch diesen Duft auch wilder Knoblauch genannt wird.

Wenn Sie einen Garten Ihr Eigen nennen, brauchen Sie zukünftig nicht mehr auf den Bärlauch (Allium ursinum) verzichten. Zumindest, wenn der Standort stimmt. Denn dieses 20 bis 30 Zentimeter hoch werdende Lauchgewächs bevorzugt ein schattiges Plätzchen, an dem es seine weißen Blüten zur Schau stellt.

Bärlauch im Wald

© cane In manchen Laubwäldern wächst Bärlauch an Bärlauch, und mit der Zeit entwickeln sich riesige Areale.

Achtung – tödliche Verwechslungsgefahr!

Leider kommt es beim Sammeln des Bärlauchs in der Natur immer wieder zu Verwechslungen, die tödlich enden können. So landet dann nicht der Wilde Knoblauch im Sammelkörbchen, sondern Maiglöckchen, Herbstzeitlose oder Jungpflanzen des Gefleckten Aronstabs. Allesamt sind hochgiftig! Achten Sie also unbedingt beim Sammeln darauf, was sie mit nach Hause nehmen.

Gehen Sie im Zweifelsfall lieber auf Nummer sicher – Bärlauch wird inzwischen auf vielen Märkten verkauft und ist auch tiefgefroren erhältlich.

Zudem gilt beim Ernten in der Natur: Nicht den ganzen Bestand sowie die gesamte Pflanze sammeln, und auch nicht an nur einem Flecken Teile der Pflanzen entnehmen. In Naturschutzgebieten sollten Sie grundsätzlich keine Pflanzen sammeln. Und selbstredend, dass man nur für den Eigenbedarf sammelt – wenn überhaupt.

Der optimale Standort für den Bärlauch im Garten

Am liebsten möchte der Bärlauch einen schattigen Platz vorfinden, der auch gerne lichtschattig sein darf. Denn ein Zuviel an Sonne behagt dem wilden Knoblauch nicht. Ideal ist ein kleiner (oder natürlich auch großer) Laubbaumbestand im Garten. Während die Bäume später austreiben, kann sich der Bärlauch am Boden entwickeln.

Fühlt sich der Bärlauch pudelwohl, breitet er sich nach einigen Jahren recht zügig und dicht aus.

Bärlauch

© cane Im Garten blüht der Bärlauch häufig früher, als es im Wald der Fall ist.

Die ideale Pflege für den Bärlauch

Eine Pflege, wie Sie es von zahlreichen Pflanzen in Ihrem Garten kennen, benötigt der Bärlauch nicht. Er bevorzugt einen feuchten Untergrund, wie er ihn an seinem natürlichen Standort in der Regel vorfindet. Sie brauchen also nur bei anhaltender Trockenheit ordentlich gießen.

Auf Dünger können Sie komplett verzichten – lassen Sie einfach das Herbstlaub liegen. Dieses bietet zudem im Winter Schutz. Und liefert die notwendigen Nährstoffe, die das Lauchgewächs benötigt. Betrachten Sie einfach die riesigen Bärlauch-Kolonien in den Laubwäldern … diese kommen ganz ohne die düngende Menschenhand aus.

Auch schneiden brauchen Sie den Bärlauch nicht, wenn Sie ihn nicht ernten möchten. Denn die Blätter benötigt die Pflanze, wie auch Tulpen und andere Zwiebelblumen, um für das nächste Jahr daraus die notwendige Kraft zu ziehen.

Bärlauch pflanzen und vermehren

Wenn Sie Ihren Bärlauch als Zwiebel selbst pflanzen möchten, stecken Sie diese mit der Spitze nach oben etwa vier bis fünf Zentimeter tief in den nährstoffreichen Gartenboden – die Zwiebelspitze sollte dabei circa mit zwei Zentimeter Substrat bedeckt sein. Achten Sie darauf, dass der Pflanzabstand nicht zu klein gerät. Lassen Sie ausreichend Platz zwischen den einzelnen Bärlauchzwiebeln.

In der Ruhezeit, also die Zeit nach der Blüte bis zum nächsten Austrieb im Frühjahr, können Sie die Zwiebeln teilen und so auch andere Flecken in Ihrem Garten mit Bärlauch bepflanzen. Oder auch Freunde, Verwandte und Nachbarn mit den Bärlauchzwiebeln versorgen. Über kleine Geschenke freut sich doch eigentlich jeder Mensch.

Bärlauch im Wald

© cane Während sich der Bärlauch im Garten nur schwer mit den Samen vermehren lässt, geschieht dies im Wald wie durch „Zauberhand“. Mit der Zeit entstehen dichte Areale.

Sie können sich auch an Bärlauchsamen versuchen. Was in der Selbstaussaat hervorragend klappt, ist in Eigenregie allerdings sehr selten von Erfolg gekrönt. Dieser Frostkeimer gehört zu den Pflanzen, die sich nur schwer durch die Samen selbst vermehren lassen. Im letzten Winter habe ich in unserem Garten etwa 1200 (!) Samen ausgesät – im Vorgarten bin ich mir noch nicht sicher, ob es sich um Bärlauch oder gekeimtes Vogelfutter handelt.

Alternativ können Sie auf vorgezogene Bärlauchpflanzen zurückgreifen und diese in Ihren Garten setzen – diese Jungpflanzen sind allerdings nicht ganzjährig zu beziehen.

Wenn Sie die Selbstaussaat verhindern möchten, schneiden Sie hierfür rechtzeitig die Früchte ab, in denen die Samen heranreifen. Das macht natürlich nur Sinn, wenn die Menge der Pflanzen überschaubar ist. Bei einem größeren Areal ist diese Maßnahme die reinste Strafarbeit…

Blühender Bärlauch

© cane Die weißen Bärlauch-Blüten sind ein echter Hingucker.

Bärlauch ernten

Der Bärlauch wird vor der Bildung der Knospen geerntet. Dazu schneiden Sie die Blätter ganz tief unten ab. Aber achten Sie darauf, dass Sie wenigstens ein Blatt der Pflanze lassen, damit sie sich aus diesem „Depot“ im nächsten Jahr erneuern kann.

Damit sich die Pflanze gut entwickeln kann, ist es ratsam, nicht zu früh zu ernten. Lassen Sie dem Bärlauch lieber ein Jahr mehr Zeit, bevor Sie das erste Blatt schneiden.

Bilder: © cane

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