Minze-Arten – Vielfalt für Garten, Terrasse und Balkon

Minze-ArtenWenn es um die Minze (Mentha) geht, denken viele Menschen zuerst vermutlich an die gängigen Minzesorten. Vielleicht sind Ihnen gerade auch spontan die Pfefferminze, die Nane-Minze oder die Marokkanische Minze in den Sinn gekommen. Dabei hat die Gattung der Minzen diverse Arten zu bieten, die Sie vielleicht auch in Ihrem Garten oder im Topf anbauen und probieren sollten. Denn auch in einem schönen Kübel machen diese Minze-Arten auf dem Balkon oder der Terrasse einiges her. Oder als Lückenfüller im Staudenbeet. Egal, ob Sie Ihre Minze in den Garten pflanzen oder in Kübeln standortgerecht postieren – diese Minze-Arten sind eine Bereicherung für den Kräutergarten.

Einige dieser Minze-Arten sind vollkommen winterhart, sodass sie während der kalten Jahreszeit kein besonderes Pflegeprogramm benötigen. Andere Minzen hingegen sollten Sie mit einem Winterschutz versehen, damit sie die eisigen Monate ohne Schaden zu nehmen gut überstehen.

Wenn Sie eine oder mehrere der verschiedenen Minze-Arten ins Beet pflanzen, sollten Sie immer eine Wurzelsperre einbauen. Minzen haben die Angewohnheit, dass sie sich sehr zügig und üppig verbreiten. Setzen Sie also rechtzeitig Grenzen, wenn Sie in Ihrem Garten nicht ausschließlich Minze anbauen möchten.

Apfel-Minze (Mentha suaveolens)
Die mehrjährige und winterharte Apfel-Minze macht Ihrem Namen alle Ehre, da sie tatsächlich nach Apfel schmeckt. Wenn Sie diese bis zu einem Meter hoch werdende Minze-Art in den Garten pflanzen, locken ihre fliederfarbenen Blüten Bienen und andere Insekten an, die sich am Nektar laben. Besonders wohl fühlt sich die Apfelminze an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Diese Minze eignet ich auch für den Kübel und kann durch die Winterhärte auch während der kalten Jahreszeit auf dem Balkon oder der Terrasse verbleiben.

Bachminze oder auch Wasserminze (Mentha aquatica)
Diese bis zu 90 Zentimeter hoch werdende Minze-Art ist eher als Teichpflanze bekannt. Mit der mehrjährigen und winterharten Wasserminze können Sie den Teichrand oder die Flachwasserzone bepflanzen. Ideal ist es, wenn diese Plätzchen halbschattig bis sonnig sind. Die Wasserminze ist auch für die Kübelhaltung geeignet, sofern ihr ein dauerhaft feuchtes Substrat zur Verfügung steht. Weniger geeignet ist diese Minze für den kleinen Teich auf dem Balkon oder der Terrasse, da die Wasserminze sehr schnell den gesamten Platz für sich beanspruchen würde.

Bananen-Minze (Mentha arvensis ‚Banana‘)
Die nach Banane duftende Bananen-Minze kann bis zu 50 Zentimeter hoch werden und hat einen kriechenden Wuchs. Ob nun im Freiland oder im Topf: Diese Minze-Art fühlt sich in der Sonne oder im Halbschatten gleichermaßen wohl. Allerdings müssen Sie die Bananenminze während der kalten Jahreszeit mit einem Winterschutz versehen, da sie nicht vollkommen winterhart ist.

Englische Minze (Mentha × piperita ‚Mitcham‘)
Die bis zu 80 Zentimeter hoch werdende englische Zuchtform der Minze ist mehrjährig und zudem winterhart. Die Blätter dieser ältesten bekannten Art gehen in ein Rot über und duften herrlich intensiv nach Menthol. Die Englische Minze bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Sie können diese Minze ins Freiland pflanzen oder auch in einen schönen Kübel und sie auf dem Balkon oder der Terrasse platzieren.

Gekrauste Minze (Mentha crispa)
Die zwischen 40 bis 80 Zentimeter hoch werdende und zudem winterharte Gekrauste Minze bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Das krause und gewellte Laub dieser Minze-Art ist nicht nur schön im Beet anzuschauen, sondern auch in einem passenden Kübel auf dem Balkon oder der Terrasse.

Kärntner-Minze (Mentha austriaca)
Die mehrjährige und winterharte Kärntner-Minze ist eine Minze-Art, die vermutlich eher in Österreich und der dortigen landestypischen Küche bekannt ist. Die gut 60 Zentimeter hoch werdende Minze eignet sich für Standorte in der Sonne oder im lichten Halbschatten – egal, ob im Freiland oder im Topf.

Kentucky-Spearmint (Mentha × cordifolia)
Diese mehrjährige Minze-Art ist bekannt für ihren typischen Kaugummi-Geschmack. Auch wenn es sich hierbei um eine mehrjährige Minze handelt, ist sie dennoch nicht völlig winterhart. Die bis zu 50 Zentimeter hoch werdende Kentucky-Spearmint benötigt während der kalten Jahreszeit einen Winterschutz. Aufgrund ihrer Größe kann diese Minze auch im Kübel auf dem Balkon oder der Terrasse stehen.

Korsische Minze (Mentha requienii)
Die meisten Minze-Arten haben einen aufrechten Wuchs. Nicht so die Korsische Minze. Ihr Wuchs ist niederliegend und teppichartig. Diese mehrjährige Minze benötigt in unseren Gefilden ebenfalls einen Winterschutz. Die den Halbschatten bevorzugende Korsische Minze können Sie quasi als Bodendecker ins Freiland pflanzen. Alternativ können Sie diese Minze auch in einen schönen Kübel pflanzen oder auch als Unterpflanzung – vorausgesetzt, dass die anderen Pflanzen die gleichen Ansprüche stellen. In einen Kübel gepflanzt, kann die Korsische Minze den Winter auch drinnen im Winterquartier verbringen.

Marokkanische Minze (Mentha spicata var. crispa ‚Nane‘)
Die Marokkanische Minze gehört neben der beliebten Pfefferminze zu den wohl bekanntesten Minze-Arten. Diese bis zu 60 Zentimeter hoch werdende Minze eignet sich nicht nur für das Freiland, sondern auch für die Kübelhaltung auf Balkon und Terrasse. Die Marokkanische Minze bevorzugt ein sonniges bis halbschattiges Plätzchen und ist auch hervorragend für Anfänger geeignet. Diese Minze ist nicht nur mehrjährig, sondern auch winterhart.

Nane-Minze oder auch Türkische Minze (Mentha spicata var. crispa)
Wie auch viele andere Minze-Arten bevorzugt die Nane-Minze einen halbschattigen bis leicht sonnigen Standort. Die Türkische Minze, unter diesem Namen ist diese Minze ebenfalls bekannt, kann eine Wuchshöhe von bis zu 90 Zentimeter erreichen. Die Nane-Minze ist mehrjährig und winterhart, blüht allerdings nur selten.

Pfefferminze (Mentha × piperita)
Die Pfefferminze ist vermutlich die „gängigste“ Minze unter den Minze-Arten. Sie lässt sich problemlos im Freiland und auch im Kübel kultivieren und kann so auch ein halbschattiges bis sonniges Plätzchen auf dem Balkon oder der Terrasse beziehen. Diese anspruchslose Minze ist mehrjährig und zudem winterhart.

Ross-Minze (Mentha longifolia)
Wie auch die Pfefferminze sollte die Ross-Minze entweder im Kübel angepflanzt werden oder Sie setzen durch eine Rhizomsperre Grenzen. Denn diese bis zu 120 Zentimeter hoch werdende Minze, die oft wild wachsend zu finden ist, breitet sich im Freiland sehr schnell aus. Ebenso wie viele andere Minze-Arten ist die Ross-Minze mehrjährig und winterhart und bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort.

Rote Raripila-Minze (Mentha × smithiana ‚Rubra‘)
Die Rote Raripila-Minze lässt sich dank ihrer Wuchshöhe von etwa 50 Zentimetern nicht nur im Freiland anpflanzen, sondern auch wunderbar im Kübel. So kann die süßlich und stark duftende Minze auch auf dem Balkon oder der Terrasse ihr Aroma verströmen. Wie es auch bei vielen anderen Minze-Arten der Fall ist, möchte diese Art ebenfalls ein sonniges bis halbschattiges Plätzchen. Zudem ist diese Minze mehrjährig und auch winterhart.

Samt-Minze (Mentha × dumetorum)
Die mehrjährige Samt-Minze erreicht mit ihrem breitwüchsigen Wuchs eine Höhe zwischen 40 bis 60 Zentimeter. Diese Minze-Art mit ihren typischen samtigen Blättern ist zwar ein mehrjähriges Kraut, benötigt aber während der kalten Jahreszeit einen Winterschutz. Aufgrund der Größe lässt sich die Samt-Minze, die ein mildes Minzaroma besitzt, auch prima im Kübel anpflanzen.

Zitronen-Minze (Mentha × gentilis var. citrata)
Die nach Zitrone riechende Zitronenminze gehört ebenfalls zu den mehrjährigen und winterharten Minze-Arten. Mit einer Wuchshöhe von etwa 40 Zentimeter lässt sie sich nicht nur im Freiland anpflanzen, sondern auch in einem Kübel. So kann die Zitronenminze einen sonnigen bis halbschattigen Standort auf dem Balkon oder der Terrasse beziehen.

 

Weitere Artikel rund um Garten, Terrasse und Balkon

 

Bild: © tchara – Fotolia.com

Kommentare

21 Kommentare zu ‘Minze-Arten – Vielfalt für Garten, Terrasse und Balkon

  1. Gehe ich recht in der Annahme, dass bei der Ernte der Minze der ganze Stengel bis höchstens zum letzten Blattpaar geschnitten wird und nicht wie beim Basilikum die Spitze?!.

    Ansonsten finde ich sämtliche Beschreibungen toll und informativ.

  2. Die Pfefferminze kann beispielsweise nicht nur komplett abgeerntet werden, sondern auch nach Bedarf. Diese Minze-Art kann sogar zweimalig abgeerntet werden: Die erste Ernte erfolgt vor der Blüte und die zweite große im Herbst. Wird die Pfefferminze im Herbst komplett runtergeschnitten, kann sie auch so überwintern.

    Auch alle anderen Minze-Arten können während der Saison geerntet werden. Diese können ebenfalls nach Bedarf geschnitten und geerntet werden.

    Wenn Sie die Minze vor der Blüte nicht komplett abschneiden, können Sie die blühenden Pflanzen auch als Bienenweide nutzen.

  3. Ich möchte Marokkanische Minze in meinen Garten Pflanzen. Der Topf ist 11 cm. Reicht es einen 10 Litereimer nach unten gelocht im Boden zu versenken und dann dort die Pflanze einzusetzen?

  4. Je größer die Wurzelsperre gewählt ist, desto kräftiger und ausladender kann sich die Marokkanische Minze entwickeln. In einem 10-Litereimer kann sich die Minze schon ganz gut entwickeln.

  5. Da hab ich mal ne Frage an Rosimarie Riepl. Wie haben Sie den Pfefferminzesirup gemacht, den würde ich auch gerne mal ausprobieren. Vielen Dank :-)

  6. Die Kreta-Bergminze ist mir namentlich bekannt, die Brombeerminze nicht. Interessant wäre der botanische Name, da Pflanzen auch unter verschiedenen Namen bekannt sein können und sind (regional bedingt etc.)

  7. Hallo,
    Ich habe im Wald , und der Nähe eines Baches eine Minze entdeckt .
    Glaube ich jedenfalls.
    Sie riecht minzig mit einem süßen nachgeruch.
    Ihre Blätter sind so wie bei Zitronenmilisse , nur mit einem Lilaton( eher lila als grün)
    Die Blätter sind behaart und fühlen sich leicht filzig an

    Kann mir einer von euch vielleicht sagen, was das für eine Art ist?

    Viele Grüße

  8. Gibt es vielleicht Vermutungen? Dann könnte ich im Internet schauen( ich habe schon viel geguckt, aber nichts gefunden)

  9. Leider lassen sich in den Kommentaren keine Bilder einbinden – zumindest habe ich bisher noch keine Möglichkeit gefunden.
    Das Bild kann gerne an mich geschickt werden (info@mein-gartenbuch.de). Dann schaue ich in meinen Büchern, ob diese Minze dort abgebildet ist. Ansonsten hilft nur der Gang ins Gartencenter – auch der Weg ins Kloster kann sich lohnen, wenn dieser einen Klostergarten hat.

  10. Sofern es bei den Minze-Sorten und -Arten keine Unterschiede gibt (was ich nicht weiß), wird das Saatgut nicht bedeckt – es handelt sich dementsprechend um einen Lichtkeimer.

  11. Nicht, dass ich wüsste.
    Sie können beispielsweise in einem Teefachgeschäft nachfragen, welche Minze-Sorten dort allgemein gerne für „Tees“ verwenet werde.

Comments are closed.