Schwarzwurzeln

Schwarzwurzel anbauen: Winterspargel für den Garten

Eigentlich sieht die Schwarzwurzel dem Spargel erst einmal so gar nicht ähnlich. Sie ist zwar auch lang und dünn, doch von einer weißen Farbe ist sie weit entfernt – sagt ja auch schon der Name. Aber: Wenn man die schwarze Schale mal entfernt hat, dann sieht sie dem Spargel zum Verwechseln ähnlich. Und geschmacklich ist sie auch gar nicht so weit davon entfernt. Ansonsten gibt es mit dem Spargel aber kaum Gemeinsamkeiten. Gerne wird das Wintergemüse im eigenen Garten angepflanzt und kann über den ganzen Winter hinweg geerntet werden. Wie Sie Schwarzwurzeln anbauen und was es zu beachten gibt, wollen wir Ihnen ein wenig näher bringen.

Schwarzwurzeln im Überblick

Am bekanntesten ist die Garten-Schwarzwurzel, botanisch hört sie auf den Namen Scorzonera hispanica. Der erste Teil des Namens heißt übersetzt so viel wie „schwarze, giftige Schlange“. Dies liegt nicht nur an Form und Farbe, sondern auch daran, dass man die Schwarzwurzel im Mittelalter zur Heilung von Schlangenbissen verwendet hat. Das Wintergemüse gehört zur Familie der Korbblütler und kommt ursprünglich aus Süd- und Mitteleuropa, aus Vorderasien und aus Nordafrika. Oberirdisch ist sie unscheinbar und bildet lange Blätter mit gelben Blüten.

Schwarzwurzel anbauen: Standort und Aussaat

Sonnig und locker – so mag es die Schwarzwurzel am liebsten. Der Standort sollte also in der Sonne liegen, darf aber auch halbschattig sein. Der Boden ist ideal, wenn er locker, tiefgründig und sandig ist, ein bisschen Humus mit einarbeiten und fertig ist die Grundlage für den Schwarzwurzelanbau. Da sich das Gemüse in zu nassen Böden nicht richtig entwickeln bzw. die Wurzeln faulen können, wird empfohlen, ähnlich wie beim Spargel, kleine Dämme aufzuschichten. Auch ein Hochbeet eignet sich bestens, um Schwarzwurzeln anzubauen.

Es gibt zwei Zeitpunkte, um Schwarzwurzeln zu säen. Entweder im Dezember oder ab Ende März. Wenn Sie im Dezember aussäen, dann werden die Samen in den gefrorenen Boden eingebracht. Sobald der Frost vorbei ist, keimen die Samen und die Keimlinge zeigen sich. Aber Achtung: Sofern es noch einmal friert, können die Pflanzen eingehen, hier also unbedingt mit Vlies oder Jute arbeiten und die Schwarzwurzelpflänzchen schützen. Einfacher ist es dann doch, die Samen ab Ende März direkt ins Beet zu säen. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte rund acht Zentimeter betragen.

Schwarzwurzel anbauen: So pflegen Sie richtig

Schwarzwurzeln brauchen nicht besonders viel Pflege. Ab und zu den Boden auflockern und das Unkraut entfernen, vor der Aussaat und bis zu zweimal während der Wachstumsphase düngen – mehr müssen Sie gar nicht tun. Gerade Jungpflanzen brauchen viel Wasser, danach halten es die Schwarzwurzeln auch mal eine längere Zeit ohne Gießen aus. Bei längeren Trockenperioden sollten Sie aber dann doch wieder zur Gießkanne greifen, denn zu wenig Wasser reduziert die Wurzelbildung.

Im Frühling bzw. Frühsommer bilden sich dann gelbe Blüten an den grünen Blättern, die in der Folge reifen und weiß werden. Nun haben sie eine große Ähnlichkeit mit Löwenzahn. Diese weißen, gereiften Blütenstände beinhalten die Samen. Wenn Sie selbst welche für die Aussaat im kommenden Jahr gewinnen möchten, entfernen Sie die komplette Blüte, ehe der Wind die Samen verteilt.

Schwarzwurzel anbauen: Jetzt wird geerntet

Wie schon erwähnt, ist die Schwarzwurzel ein Wintergemüse. Das bedeutet: Sobald das Laub welk wird, was ab Oktober der Fall ist, können Sie die Wurzeln ernten. Leider lässt sich das Gemüse nicht einfach aus dem Boden ziehen, sondern muss ausgegraben werden. Hier ist Vorsicht geboten, denn die Schwarzwurzeln sind sehr zerbrechlich. Bei der Ernte sollten Sie daher vorsichtig mit einer Grabgabel zu Werke gehen und seitlich die Wurzeln aus der Erde heben. Das Problem ist: Wenn das Gemüse zerbricht, läuft ein weißlicher Saft aus, der die Wurzel schnell trocken werden lässt. Außerdem verlieren gebrochene Wurzeln schnell an Geschmack.

Ernten können Sie übrigens den gesamten Winter hindurch, denn Frost macht den Wurzeln nichts aus. Bedenken Sie jedoch, dass Sie bei gefrorenen Böden kaum eine Chance haben, die Schwarzwurzeln auszugraben. Möchten Sie trotzdem im Winter ernten, hilft eine Schicht aus Mulch oder Stroh dabei, dass der Boden nicht friert und Sie dauerhaft leckere Schwarzwurzeln bekommen. Alternativ kann das Gemüse in Kisten mit Sand im kühlen Kellerräumen mehrere Wochen gelagert werden.

Schwarzwurzeln anbauen: Fruchtfolge und Mischkultur

Auch beim Anbau von Schwarzwurzeln ist die Fruchtfolge zu beachten. Das heißt, dass Sie gewisse Pflanzen im Jahr vorher nicht in derselben Erde anbauen können, wie die Schwarzwurzel. Der Grund sind nicht nur Stoffe, die die Pflanzen aus der Erde ziehen, sondern auch an sie abgeben. In Vorkultur dürfen Sie zum Beispiel keine Zwiebeln, Karotten, Kohl, Sellerie oder Zuckermais anbauen. Ideal dagegen sind Kartoffeln oder eine Gründüngung mit Lupinen.

Auch was die Mischkultur anbelangt, haben die Schwarzwurzeln Vorlieben. So mögen Sie besonders Kohlrabi, Lauch, Bohnen, Spinat, Zwiebeln, Karotten, Kohl oder Salat als Partner im Beet.

Schwarzwurzeln anbauen: Gängige Sorten

Die einen sind länger, die anderen dicker, wieder andere robuster – es gibt viele Sorten von Schwarzwurzeln, einige gängige möchten wir Ihnen vorstellen:

  • Russische Riesen: eine traditionelle Sorte, die kaum Verwurzelungen bildet.
  • Verbesserteer, nichtschießender Riese: aromatische Sorte, deren Wurzeln nicht verzweigen und sehr glatt sind.
  • Einjährige Riesen: aromatische Wurzeln, die sehr lang und unverzweigt sind.
  • Antonia: ebenfalls lange, nicht verzweigte Wurzeln, liefern einen hohen Ertrag.
  • Hoffmanns schwarzer Pfahl: diese Sorte ist altbewährt, hat mittellange Wurzeln und eine gute Lagerfähigkeit, lässt sich zudem leicht ernten.
  • Meres: relativ neue Sorte, unverzweigte Wurzeln, hoher Ertrag.

Schwarzwurzeln anbauen: Krankheiten und Schädlinge

Hier können wir es kurz und schmerzlos machen: Schädlinge sind nicht bekannt, an Krankheiten könnte der Echte Mehltau auftreten. Dieser zeigt sich durch einen weißen Belag auf den Blattoberseiten. Die Wurzeln sind davon aber nicht betroffen. Sehr selten könnten auch die Blattfleckenkrankheit und der Falsche Mehltau auftreten.

Zum Schluss …

… noch zwei Anmerkungen:

  1. Schwarzwurzeln sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Dazu gehören besonders Vitamin E, Magnesium, Eisen, Kalium und Kalzium.
  2. Bei der Verarbeitung der Schwarzwurzeln unbedingt Handschuhe tragen. Beim Schälen wird Milchsaft abgesondert, der die Haut braun färbt und sehr klebrig ist. Geschälte Wurzeln sofort in Wasser einlegen, damit diese nicht braun werden.

Und nun viel Spaß beim Schwarzwurzelanbau und beim Genießen des schmackhaften Gemüses, das als Beilage zu Fleisch oder Kartoffeln genauso gegessen werden kann, wie mit Sauce Hollandaise.

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großes Bild: © Printemps – Fotolia.com (#102260382 – Schwarzwurzeln)

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