Erbsen anbauen

Erbsen anbauen: Ein Plätzchen im Garten findet sich immer

Lust auf knackiges Gemüse aus dem eigenen Garten? Schon mal überlegt, Erbsen anzubauen? Ist gar nicht schwer, die Pflanze braucht nicht allzu viel Pflege und am Ende darf man sich auf schmackhafte kleine Kügelchen freuen, die vielseitig einsetzbar sind. Bevor Sie aber von uns Tipps zum Anbau bekommen, ein kleiner Abriss, um die Erbse ein bisschen besser kennenzulernen.

Wie jede Pflanze hat auch die Erbse einen lateinischen bzw. botanischen Namen. Pisum sativum wird sie auch genannt – klingt schon mal gut, wie wir finden. Neben Reis, Weizen, Linsen und Gerste gehört die Erbse zu den ältesten Kulturpflanzen, die von den Menschen angebaut werden. Erste Nachweise auf die Hülsenfrucht stammen aus dem 7. Jahrtausend vor Christus. Damals kannte man das Gemüse im heutigen Gebiet des Nahen Ostens und wurde vor allem auf der Arabischen Halbinsel, in Nordafrika und in Levante angebaut. Im 17. Jahrhundert kam sie schließlich nach Europa.

Erbsen anbauen: Lecker und gesund

Bis zu zwei Meter hoch können Erbsen (je nach Sorte) werden. Wenn Sie sie im Garten anbauen möchten, planen Sie also ein bisschen Platz mit ein. Die einjährigen Pflanzen blühen im Mai. Aus den Blüten entwickeln sich dann die Hülsen (auch Zuckerschote genannt), in denen die Erbsen heranwachsen. Die Erbsen selbst sind die eigentlichen Samen der Pflanze – bis zu 10 Stück können sich in einer Hülse befinden.

Essen lassen sich die Erbsen alleine oder sie werden zusammen mit der Hülse zubereitet. Gesund sind sie auf jeden Fall. In ihnen steckt ein Proteingehalt von 7 Prozent, getrocknet sind es sogar 20 Prozent. Zudem profitiert man von den Aminosäuren, die für den Muskelaufbau notwendig sind. Fett hat die Erbse kaum (0,5 g/100 g), dafür bietet sie die Vitamine A, B und C, Magnesium, Zink, Eisen, Kalium und Kalzium.

Erbsen anbauen: der passende Standort

Erbsen mögen vor allem Böden, die humusreich sind. Zu schwere Böden und vor allem Staunässe mögen sie gar nicht. Sofern Ihr Boden im Garten zu lehmig oder zu sandig ist, geben Sie Kompost dazu, um ihn zu verbessern. Ansonsten haben Erbsen wenig Anspruch. Sie wachsen im Schatten genauso, wie in der Sonne, wobei ein sonniger Platz besser ist, da sie bei zu wenig Sonne anfälliger sind für Krankheiten und Schädlinge. Auch Witterungseinflüsse machen ihnen wenig aus, die Pflanze ist sehr robust.

ErbsenblütenWie schon erwähnt, werden Erbsenpflanzen bis zu zwei Meter hoch, sie sollten ihnen also ausreichend Platz geben, um sich auszubreiten. Denken Sie auch an eine Rankhilfe, Erbsen bilden Wickelranken (wie beispielsweise Kürbisse) und klettern so nach oben.

Erbsen anbauen: die Aussaat

Erbsen können Sie direkt ins Beet ausbringen oder die Aussaat als Vorkultur betreiben. Gerade bei Pflanzen, wie etwa der Zuckererbse, sollten Sie eine Vorkultur in Betracht ziehen, da diese anfälliger für niedrige Temperaturen sind und im Beet erst im April ausgesät werden sollten. Andere können bereits im März nach draußen.

Wird gesät, dann ziehen Sie am besten eine rund drei Zentimeter tiefe Saatrinne, in die nun die Samen kommen. Abstand ca. fünf Zentimeter. Nun mit Erde bedecken und angießen. Möchten Sie mehrere Reihen säen, dann sollte der Abstand rund 40 Zentimetern betragen. Übrigens: Zusammen mit anderen Hülsenfrüchten oder auch Nachtschattengewächsen verträgt sich die Erbse nicht – hierauf also achten. Auch ist es sinnvoll, Erbsen nicht jedes Jahr an derselben Stelle zu säen oder zu pflanzen, da sie sonst anfälliger für Krankheiten sind oder Ertragseinbußen auftreten. Wollen Sie an derselben Stelle anbauen, dann ist ein mindestens dreijähriger Abstand einzuhalten.

Erbsen anbauen: Pflege, Ernte, Vermehrung

Wenn die Pflanzen eine Höhe von etwa zehn Zentimetern erreicht haben, häufeln Sie etwas Erde an, so erhöhen Sie die Standfestigkeit. Ansonsten ist ein Pflegen der Erbsen relativ einfach zu bewerkstelligen. Sie sollten regelmäßig, aber nicht zu viel gegossen werden. Lieber einmal weniger gießen, da Erbsen, wie schon erwähnt, zu viel Nässe nicht vertragen. Sofern Sie die Pflanzen hin und wieder mit Kompost versorgen, ist ein Düngen nicht weiter notwendig. Regelmäßige Arbeiten sind eigentlich nur das Jäten von Unkraut.

Erbsen haben eine Reifezeit von etwa drei Monaten. Frühe Sorten blühen ab Mai, eine Ernte ist also ab frühestens Juli möglich. Je früher Erbsen abgeerntet werden, umso süßer sind sie. Das ist vor allem dann wichtig, wenn sie das Gemüse roh verzehren möchten. Belassen Sie beim Ernten ruhig einige Früchte an der Pflanze, diese können Sie dann für das nächste Jahr als Samen verwenden und so Ihre Erbsen ganz einfach vermehren. Hierbei macht es nichts aus, wenn die Erbsen durch das längere Verbleiben an der Pflanze hart werden.

Erbsen anbauen: die Sorten

Es ist immer eine Geschmacksfrage, welche Erbsensorte man für den eigenen Anbau wählt. Die bekanntesten Sorten sind:

  • Schalerbsen oder Palerbsen
    – Robusteste Sorte.
    – Werden nur getrocknet verzehrt. Grund ist der hohe Stärkeanteil.
    – Sind im eigenen Garten kaum mehr zu finden.
    – Frostunempfindlich, vertragen Temperaturen bis -5 Grad.
    – Grüne Erbsen sind nicht ausgereift aber essbar, gelbe Erbsen sind reife Früchte.
    – Können bitter werden.
  • Markerbsen
    – Sind recht kälteempfindlich, Aussaat meist erst ab April sinnvoll.
    – Saat kann bei zu niedrigen Temperaturen faulen.
    – Aufgrund der Süße der Früchte werden sie auch gerne roh gegessen.
    – Als Trockenerbsen nicht geeignet, da sie schrumpfen und beim Kochen nicht weich werden.
  • Zuckererbsen
    – Werden wie die Markerbsen auch gerne roh verzehrt.
    – Hülsenschale kann mitgegessen werden.
    – Da Zuckererbsen auch Körner von Pal- und Markerbsen enthalten können, entstehen somit Unterarten, die man Zuckerpal- oder Zuckermarkerbsen nennt. Besser bekannt sind sie allerdings unter den Namen Kaiserschoten und Zucker-Brecherbsen.

Weitere Erbsensorten sind die Ackererbse und die Wintererbse. Wintererbsen können ab September ausgesät werden. Zur Überwinterung sollten die Pflanzen eine Größe von rund 5 Zentimetern haben. Wintererbsen haben damit einen Vorsprung vor den anderen Sorten und lassen sich deswegen früher ernten. Die Ackererbse ist dagegen für den Gärtner nicht relevant, da sie nur als Futtererbse oder als Gründüngung dienen.

Erbsen anbauen – Krankheiten und Schädlinge

Wie schon erwähnt, sollten Erbsen niemals im nächsten Jahr an derselben Stelle angepflanzt werden. Durch einen anderen Pflanzort oder das Warten von mindestens drei Jahren beugen Sie Krankheiten und Schädlingen vor. Dennoch kann es passieren, dass Ihre Pflanzen krank werden. Deswegen möchten wir Ihnen noch einen kurzen Überblick über die wichtigsten Krankheiten und Schädlinge geben.

  • Echter Mehltau: Hierbei werden die Blätter weiß, später grau und braun, bevor sie absterben. Besonders gefährdet sind späte Sorten. Behandelt werden kann die Pilzkrankheit zum Beispiel mit einem Gemisch aus Frischmilch und Wasser (Verhältnis 1:8), mit dem die Pflanze alle paar Tage eingesprüht wird.
  • Brennfleckenkrankheit: Hierbei handelt es sich, ebenso wie beim Mehltau, um einen Pilz, der die Pflanze befällt. Er äußert sich durch braune Punkte auf Blättern, Hülsen und Stängeln. Die Krankheit tritt vor allem bei einer feuchten Witterung auf. Daher einen zu engen Pflanzenstand vermeiden, befallene Blätter entfernen. Eine natürliche Bekämpfung ist nicht bekannt.
  • Erbsenwickler: Der Schädling legt Eier auf den Blüten, die geschlüpften Raupen schlüpfen in den Hülsen und fressen diese von innen auf. Abhilfe schafft das frühe Säen Ende März oder das späte Säen im Mai, wodurch die Flugzeiten der Falter nicht mit der Hülsenbildung zusammenfällt.
  • Erbsenkäfer: Dieser Schädling frisst sich durch die Hülse ins Innere. Befallene Hülsen sind an den Fraßlöchern zu erkennen. Sie müssen aussortiert werden.
  • Erbsen-Minierfliege: Sie hinterlässt durch ihre Fraßgänge in den Blättern ein Muster, das aber der eigentlichen Frucht nichts ausmacht. Hier genügt es, die befallenen Blätter zu entfernen.

Auf Schädlinge und Krankheiten sollten Erbsen in regelmäßigen Abständen geprüft werden. Zur Vermeidung sollten immer resistente Sorten gewählt werden.

 

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Bilder: großes Bild: © ArtCookStudio – Fotolia.com; kleines Bild: © Antonella – Fotolia.com

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