Pastinake anbauen

Pastinake anbauen – das vergessene Gemüse

Sie ist eigentlich eine Wurzel, sieht der Karotte ähnlich, ist nur nicht orange, sondern gelblich-weiß: Die Pastinake kennt man seit vielen Jahrtausenden als essbares Gemüse. Während des Römischen Reiches war sie sogar das beliebteste Wurzelgemüse überhaupt. Bis heute kann man die Pastinake in Ländern wie Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden und den USA auf den Speisekarten finden – nur bei uns in Deutschland ist sie immer mehr in Vergessenheit geraten. Warum? Weil sie durch Kartoffeln und Karotten immer mehr verdrängt wurde. Doch in den letzten Jahren erlebt die Pastinake wieder eine Renaissance. Wir möchten Ihnen im Folgenden zeigen, wie Sie Pastinaken anbauen und was Sie alles beachten sollten.

Gestatten: Pastinake

Der botanische Name von Pastinaken lautet Pastinaca sativa. Alternative Namen sind Hammelmöhre, Balsternak, Pasterna oder Moorwurzel. Sie gehören zur Familie der Doldenblütler, Verwandt ist sie unter anderem mit der Karotte, dem Dill und der Petersilie. Wer schon einmal eine Petersilienwurzel gesehen hat, der wird feststellen, dass sie der Pastinake sehr ähnlich sieht. Einziger Unterschied ist, dass die Pastinake länger und stärker ist.

Ursprünglich in Südeuropa zu Hause, kam die Pastinake mit den Römern in unsere Breitengrade. Auch als Wildform ist sie zu finden, dann meist auf Wiesen, an Böschungen oder auch auf Getreidefeldern. Selbst in den Alpen in einer Höhe von rund 1.300 Metern gedeiht die Pastinake. Mittlerweile beginnen Gemüsegärtner wieder damit, Pastinaken anzubauen. Gut so, denn die Rübe schmeckt ganz hervorragend.

Pastinaken sind zweijährige Pflanzen. Das bedeutet, dass Sie sie im Frühjahr aussäen und bis in das nächste Jahr hinein ernten können. Mehr dazu finden Sie auch unter dem Punkt „Ernte“.

Pastinake anbauen – die Ausgangslage

Als Standort für den Anbau von Pastinaken bietet sich ein Beet an, das viel Sonne abbekommt. Aber auch im Halbschatten können Pastinaken gut gedeihen. Zwar wächst das Gemüse grundsätzlich auf jedem Boden, doch gerade bei schweren Böden bilden sich nur kurze Rüben. Ideal ist beim Anbauen von Pastinaken ein lehmiger Sandboden, der tiefgründig gelockert werden sollte. Auch die Beigabe von Humus fördert das Wachstum, hier empfiehlt es sich, rund drei Liter Humus auf einen Quadratmeter Erde zu geben.

Pastinake anbauen – so wird ausgesät

Das Aussäen von Pastinaken beginnt immer dann, wenn es nicht mehr allzu kühl ist. Meist kann die Aussaat Mitte bis Ende April in die Erde, wenn Sie in Gegenden leben, in denen es besonders mild ist, wie etwa im Südwesten der Republik, können die Pastinakensamen bereits im März unter die Erde. Aussähen können Sie übrigens bis in den Juni hinein. Je früher, umso kräftiger und größer werden die Wurzeln. Wichtig: Saatgut ist nur zwei Jahre lang keimfähig!

Pastinake anbauenDie Samen werden in eine Tiefe von rund 2 Zentimeter in die Erde gebracht. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte bei rund 10 Zentimetern liegen. Zwischen den Reihen lassen Sie einen Abstand von ca. 30 Zentimetern. Sofern es doch noch etwas kälter werden sollte, können Sie das Beet mit einer Folie oder Vlies abdecken.

Achtung: Beim Anbau von Pastinaken ist zwingend die Fruchtfolge zu beachten! Das heißt, dass in den folgenden vier Jahren im selben Beet keine Pastinaken angebaut werden können. Als Vorkultur ist eine Gründüngung, beispielsweise mit Lupinen oder Tomaten ideal. Wenn Sie darauf achten, sind die Pflanzen kaum mehr anfällig für Infektionen und die Nährstoffe im Boden werden optimal ausgenutzt. Zusammen mit Pastinaken können Sie andere Gemüsesorten oder auch Blumen anbauen. In diese Mischkultur passen zum Beispiel gut Salat, Spinat, Rettich, Zwiebeln, Erbsen, Dill, Majoran, aber auch Ringelblumen und Sonnenblumen.

Pastinake anbauen – die Pflege

Pastinaken sind pflegeleicht. Regelmäßiges Gießen, nicht nur während der Keimung, sondern auch in der weiteren Wachstumsphase ist wichtig. Schon allein deshalb, damit die Wurzeln nicht aufplatzen. Düngen sollten Sie nach der Keimung noch einmal ein wenig, mehr muss nicht sein. Bei der weiteren Pflege ist nur zu beachten, dass Sie immer wieder mal den Boden aufharken und Unkraut entfernen. Das war es dann auch schon.

Pastinake anbauen – die Ernte

Rund 4 Monate nach dem Aussäen sind Pastinaken fertig zum Ernten. Wenn Sie also Ende April säen, dann können Sie die ersten Wurzeln bereits Ende August aus der Erde holen. Empfohlen wird jedoch, das Ernten bis nach dem ersten Frost hinauszuzögern, da der Geschmack so noch intensiver wird. Sofern nicht Dauerfrost herrscht, können Sie Pastinaken den ganzen Winter über ernten – je nach Bedarf wird die Pflanze aus der Erde gezogen. Wurzelgemüse kann übrigens lange gelagert werden. Der ideale Ort ist kühl und dunkel, ein Keller ist somit gut geeignet, aber auch der Kühlschrank wird gerne als Lagerort hergenommen.

Noch ein Tipp: Sie können aus den Blüten von Pastinaken selbst Samen gewinnen. Dazu verwenden Sie die Dolden, die im zweiten Anbaujahr zuerst blühen. Wenn sich die Dolden gelb bzw. hellbraun verfärben, ist der beste Zeitpunkt, die Samen zu „ernten“. Diese werden nach einer Trocknung kühl, dunkel und trocken aufbewahrt.

Pastinake anbauen – Sorten und Inhaltsstoffe

Anders als bei Möhren, bei denen es unzählig viele Sorten gibt und wo immer wieder neue Kreuzungen hervorgebracht werden, kennt man bei Pastinaken nur wenige Sorten. Dazu gehören die „Halblange Weiße“, die „White King“, die Aromata“, die „Javelin F1“ und die „Gladiator F1“.

Gemüse ist gesund, das wissen wir alle. Auch Pastinaken haben einiges zu bieten. So finden sich in der Wurzel zum Beispiel Kalium, Magnesium, Folsäure und die Vitamine C und E. An Vitamin C hat die Pastinake übrigens noch mehr als die Karotte. Durch die Inhaltsstoffe können Pastinaken bei Bluthochdruck ebenso helfen, wie bei einem empfindlichen Magen und bei Verdauungsproblemen. Durch das Kalium ist die Wurzel entwässernd, kann also beim Abnehmen helfen.

Pastinake anbauen – Schädlinge und Krankheiten

Noch kurz ein Blick auf Dinge, die die Pastinake schädigen könnten. Im Grunde ist die Pflanze sehr robust, Schädlinge und Krankheiten können im ungünstigen Fall dennoch auftreten:

  • Möhrenschwärze: Diese Krankheit befällt vor allem bei feuchtem Wetter Blätter und färbt diese schwarz. Da sie allerdings gegen Ende der Vegetationsperiode auftritt, kann sie vernachlässigt werden.
  • Mehltau: Auch Falscher und Echter Mehltau befällt die Pastinake ab und an. Beim Echten Mehltau bildet sich ein weißer Belag auf dem Laub, beim Falschen Mehltau sind es gelb-braune Flecken. Befallene Stellen entfernen.
  • Möhrenfliege: Wenn sich kleine Löcher in der Pastinake befinden, waren wohl die Larven der Möhrenfliege am Gemüse. Um dies zu verhindern, sollten Sie Mischkulturen bevorzugt mit Lauch oder Zwiebeln pflanzen.
  • Blattläuse: Sind unschön, aber im Garten kaum relevant. Sie müssen nicht bekämpft werden.

Bei all diesen Krankheiten bzw. Schädlingen können die Wurzeln problemlos verzehrt werden.

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Bilder: großes Bild: © Christine Kuchem – Fotolia.com (#183363261 – Frische Pastinaken); kleines Bild: © eliasbilly – Fotolia.com (#78387571 – pastinaken wintergemüse wurzelgemüse)

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